Test: Hearts of Iron 3 + "Their Finest Hour"

Hearts of Iron III: Their Finest Hour, mehr als 3 Jahre nach dem Release des Strategieklassikers brachte Paradox Interactive die dritte und letzte Erweiterung für das Spiel heraus.
Was verändert das Add-on und bringt es dem Spiel spürbaren Mehrwert?

Einleitung: Das Grundspiel

Das Grundspiel
In Hearts of Iron leiten sie das Geschick einer Nation ihrer Wahl zwischen 1936 und 1948. Zur Auswahl stehen nahezu alle historischen Nationen der Erde.
Das Echtzeitstrategiespiel überlässt ihnen die gesamte militärische, diplomatische und politische Führung, nimmt es ihnen aber auch auf Wunsch ab.Fast nichts, nicht mal der Hoi3 Bild 4Ausbruch das 2. Weltkrieges, ist vorgegeben, nur optionale historische Entscheidungen ermöglichen es ihnen ihr Land auf historische Bahnen zu lenken.

Während die Grafik sehr schlicht gehalten ist und man spannende Animationen vergeblich sucht, wird man von verschiedenen Werten und unmengen an Möglichkeiten in der Politik, Forschung, Produktion und Armeestruktur überhäuft.Wer Hearts of Iron 3 das erste Mal startet, wird sehr wahrscheinlich verzweifeln und vielleicht auch das Spiel direkt wieder ins Regal stellen.
Im Tutorial erklärt ihnen ein Mann, welcher auf groteske Weise an Hitler angelehnt ist, die Grundlagen des Spiels, doch das reicht gerade einmal annähernd um in das Spiel einzusteigen.
Um wirklich in das Spiel einzutauchen, kommt man nicht darum herum das dicke Handbuch durchzuarbeiten und selbst dann fehlt es noch an allen Ecken und Enden für eine erfolgreiche Kriegsführung.

Schon die ersten zwei Erweiterungen leisten da etwas Abhilfe, durch bessere Übersichtlichkeit und Benutzerfreundlichkeit.

Für die Installation von Their Finest Hour sind die beiden vorhergehenden Erweiterungen (Semper FI, For The Motherland) erforderlich.
Mit der CD-Version hat sich Paradox wieder einen kleinen Schnitzer erlaubt, viele Käufer können das Spiel nicht von der CD aus installieren, ein Kopieren der Inhalte von der CD auf den Computer und ein Installieren von dort aus, schafft zum Glück Abhilfe.

 

 

Testbericht: Their Finest Hour

Their Finest Hour
Die größte Änderung für das Singleplayer-Spielerlebnis des Add-ons und der kurz darauf folgenden Patches dürfte nicht sofort auffallen, doch wurde viel an der KI geschraubt. Während sich Kleinigkeiten, wie das Handelsverhalten der KI-Länder, verändert haben, zeigt vor Allem die Militär-KI wesentliche Verbesserungen.Hoi3 Bild 3
So wurden vor Allem Verhaltensmuster der Inselstaaten verändert, die dazu führten, dass diese ihre Landarmee auf ihrer größten Landmasse gebündelt haben (Das wäre bei GB Indien und bei Japan das asiatische Festland), auch merkt man schnell, dass die KI nun vernünftige Seelandungen zustande bekommt.


Neben 2 neuen lokal beschränkten Szenarien (Finnischer Winterkrieg, Spanischer Bürgerkrieg) wurden auch die historischen Startpunkte überarbeitet, vor Allem auch mit Blickwinkel auf die Balance eines Multiplayers.
Deutlicher fällt der neue Sandkastenmodus für diese Startpunkte auf. Dieser ermöglicht es vor Spielbeginn Gebäude, Forschungen, Truppen und auch die diplomatische Situation zu verändern.
Interessant schien das auch für den Multiplayer, doch aufgrund von Balancingproblemen, dessen Lösung viel Zeit und viele Spielsitzungen benötigen würde, findet dieser Sandkastenmoodus in der Multiplayercommunity wenig Anklang, so ist es zum Beispiel den Kolonialmächten möglich ihre Flotte und unzählige Häfen auf der ganzen Welt abzureißen und dafür eine unverhältnismäßig große Armee aus dem Boden zu stampfen.
Auch werden die neuen Geheimoperationen, eine neue Möglichkeit des Spionagesystems, durch lokale Sabotageeinsätze direkt das Kampfgeschehen zu beeinflussen, in vielen Multiplayerspielen gemieden, denn wo man früher Lufthoheit und tagelanges Bombardement benötigt hat um die Infrastruktur in einer Provinz zu zerstören, konnte man nun mit nur einem Mausklick die Infrastruktur einer ganzen Region vernichten.

 

Hoi3 Bild 2

Doch neben kleineren, kaum bemerkbaren Änderungen, wurde dem Add-on auch etwas Handfestes beigelegt. So haben nun alle Großmächte individuelle, historische und limitierte Spezialeinheiten, Einheiten, welche in ihrerer jeweiligen Einheitenart dominieren. So kann das Deutsche Reich entsprechend ihrer Armeegröße einige Einheiten der Waffen-SS aufstellen, welche als motorisierte Infanterie mit deutlich erhöhtem Orgwert eine wertvolle Kombination zu Panzern bildet.
Und gerade Panzer, besonders hierzu die Panzerforschung, bekommen eine neue Bedeutung. Durch den neu integrierten Panzerbonus überlegener Panzerungen gegenüber den panzerbrechenden Waffen, kann es zu einem regelrechtem Forschungswettlauf kommen und auch Panzerabwehrkanonen bekommen eine vielmals verleugnete Daseinsberechtigung.
Letztendlich gibt es noch den Schlachtplaner, mit dem man mit diversen Werkzeugen, verschieden farbige und dicke Pfeile, kleine Bildchen von Panzern, Flugzeugen, Soldaten und mehr, seinen Feldzug auf der Strategiekarte planen, speichern und teilen kann. Auch lassen sich schon fertige historische Schlachtpläne laden und nachspielen.
Besonders im Multiplayer lassen sich so viele Dinge leichter abklären und verdeutlichen, da man gezeichnete Pläne mit seinen Verbündeten mit einem Klick teilen kann.
Auch mit dem Add-on ist das Spiel noch Modderfreundlich, so lassen sich einfach und zum Spiel separat vieles am Balancing ändern, auch schnell eigene Events und Entscheidungen kreieren.

 

Fazit & Wertung

Die Grafik bei Hearts of Iron ist schlicht, da ändert auch das Add-on nichts daran, doch ist sie stimmig und atmosphärisch, genauso die zum Thema passende Musik.
Während die Vanillaversion noch viele Macken und Bugs aufwies, einiges noch umständlich und aufwendig war, hat die dritte Erweiterung gemeinsam mit seinen Vorgängern das Spiel spielbar und vor allem auch angenehmer gemacht. Auch der Multiplayer läuft seit dem Add-on stabiler und flüssiger.
Obwohl noch Bugs geblieben sind, stören diese nicht den Spielfluss und es haben sich durch das Add-on auch keine bösen neuen Bugs eingeschlichen.
Wer in die Hearts of Iron Serie einsteigt, sollte sich erst einmal das Spiel mit den ersten beiden Add-ons kaufen (c.a. 20 €), für Spieler von For The Motherland lohnen sich die zusätzlichen 10 € für Their Finest Hour allemal.
Wertung 81

Grafik 7/10
Sound 8/10
Bedienung 8/10
KI 8/10
Spielspass 9/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Genre: Echtzeitstrategie
Publisher/Entwickler Paradox Interactive
Erscheinungsdatum Sept. 2012
Sprachen: Deutsch, Englisch u.a.

 

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So bewertet der Stratege

Die Bewertung von Spielen wird anhand von 5 Kategorien erstellt. Diese sind in der Reihenfolge der Gewichtung: Spielspass, KI, Bedienung, Grafik und Sound. In jeder Kategorie sind maximal 10 Punkte möglich. Durch die unterschiedliche Gewichtung wollten wir eine faire Bewertung von Strategiespielen erreichen. Bei Strategietitel sind z.B. Sound & Grafik meist weniger wichtig als die KI, Schwierigkeit oder der Langzeitmotivationsfaktor.

Unsere Test-Kategorien und deren Gewichtung:
Grafik: x 3
Sound: x 2.5
Bedienung:  x 3.5
KI:  x 4
Spielspass:  x 4.5
(Pro Kategorie sind maximal 10 Punkte möglich)

Aufgrund einer eigenen Formel, kommen wir dann auf das Ergebnis der Wertung.

DLCs, Addons und Mods werden nach einer einfachen Skala gewertet. Die Skala geht von 1-5. Dies ist anhand einer Grafik erkennbar. So steht jeder Streifen für einen Punkt. Der Stern über dem Streifen stellt einen halben Punkt dar.

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