Test: Crusader Kings II - Deine Herrschafft beginnt

Grundidee: Was ist Crusader Kings II? Crusader Kings II spielt wie der Name vielleicht schon suggeriert hauptsächlich im Mittelalter (867-1400 n.Chr.). Man spielt einen Herrscher und versucht mit diesem die Geschicke seiner Nation und vor allem seiner Dynastie in die eigene Hand zu nehmen. Dazu kann auch mal jedes Mittel recht sein wie politische Morde oder natürlich Kriege.

Testbericht

Diplomatie und Intrigen
CharakterporträtCrusader Kings II dreht sich hauptsächlich um das diplomatische Zusammenspiel zwischen Dynastien. Dadurch dass man den jeweiligen Anführer einer Dynastie spielt hat man zahlreiche Möglichkeiten diplomatische Entscheidungen zu treffen, wie Heiraten zu arrangieren, Kinder von Vasallen ausbilden zu lassen, sein Reich durch Titelvergabe zu ordnen oder durch Kriege, geschickte Heiraten und Intrigen zu erweitern. Ihr habt einen Charakter, der euch nicht gefällt? Ihr wollt eine Grafschaft übernehmen? Kein Problem! Mittels einer Intrige ist dies schnell vollbracht – die Möglichkeiten sind wirklich sehr zahlreich. Man muss echt aufpassen es sich als Katholik nicht mit dem Papst zu verscherzen, das Führen von einer oder zwei heiligen Kriegen oder die Beteiligung an einem Kreuzzug können hier gut Abhilfe schaffen! Auch mit seinen Vasallen sollte man sich nach Möglichkeit gut stellen, sonst kommen die noch auf die Idee, dass vielleicht ein anderer Lehnsherr besser zu ihnen sein würde.Das einzige, was fehlt ist meiner Meinung nach ein Heirats unabhängiges Bündnis, aber das ist wirklich zu verschmerzen.
Das Wirtschaftssystem und Technologie 
Das Wirtschaftssystem ist mir leider etwas knapp geraten. Man kann zwar durch Handelsposten Geld erwirtschaften (aber nur wirklich effektiv mit dem Republik DLC), aber sonst sind die Möglichkeiten Geld einzunehmen beschränkt. Ein Handels und Ressourcen System wäre hier sehr schön gewesen und hätte den Wert einiger Provinzen deutlich erhöht. So nimmt man nur Geld über den Besitz seiner Grafschaften ein, die man freilich ausbauen kann und so seinen Profit erhöht. Letztlich liegt der Fokus des Spiels aber nicht auf der wirtschaftlichen Entwicklung, sondern vielmehr Diplomatie und Intrige. Punkten kann dieses Spiel wieder mit dem Rat, was so eine Art Ministerrat darstellt. Es lohnt sich immer Freunde im Rat zu haben, allerdings sollte man genauso Wert auf kompetente Leute legen. Das Management der Krongesetze, frei nach dem Motto: Ich backe mir mein ideales Reich macht auch sehr viel Spaß. Das Feld der Technologien ist wieder ziemlich einfach gehalten. Es wird automatisch an Punkten geforscht, die man dann auf die Bereiche Militär, Wirtschaft und Gesellschaft verteilen kann. Doch einfach heißt in diesem Fall keineswegs schlecht. Die Technologie würde ich als gelungen bezeichnen! 
Krieg führen
Natürlich spielt das Krieg führen eine große Rolle in Crusader Kings. Dies wird wohl in jedem Spiel die Hauptbeschäftigung des Spielers sein. Um einen Krieg führen zu können, braucht man erst einmal Kriegsgründe, es gibt und kann auch gar kein wildes GefolgeKriegerklären geben, was ich sehr angenehm finde. Ansonsten ist das Kriegssystem sehr einfach gehalten. Man kann Truppen seiner Vasallen ausheben und kann auch eigene Truppen ins Gefecht führen. Hat man das Legacy of Rome DLC, kann man auch noch ein Gefolge mobilisieren (dazu später mehr), was sich auch als sehr nützlich erweist. 
Auf den Ausgang der Schlacht hat man dann leider wenig Einfluss. Man kann zwar auf ab einer gewissen Stufe der Kronautorität selbst kommandierende Generäle einsetzen und kann in der Forschung n die Verbesserung der Truppen investieren, doch sonst ist der Einfluss auf den Ausgang der Schlacht mit Ausnahme noch der Wahl des Ortes sehr, sehr begrenzt. Hier kennt man von Paradox eigentlich eine bessere Arbeit. Gerade im Mittelalter gibt es doch zahlreiche Beispiele, wo Schlachten in deutlicher Unterlegenheit gegenüber dem Feind durch militärisch geniales Vorgehen gewonnen wurden. Dies ist in Crusader Kings nicht wirklich möglich. Letztlich entscheidet, wer mehr Truppen ins Feld führen kann. Das finde ich schon schade. Auch Seeschlachten fehlen gänzlich, was man eigentlich kaum glauben kann, denn gerade bei diesem einfachen Kampfsystem wäre es nicht schwierig gewesen, das einzubauen. So sind Schiffe nur zum Transportieren der Truppen notwendig.
Das ist wirklich sehr schade. Da wäre deutlich mehr drin gewesen, mit vergleichsweise geringem Aufwand.
Die KI
Die KI empfinde ich in diesem Spiel – und ich nehme das Fazit vorweg: Die KI lässt sich nicht so leicht in Fallen locken, mit Ausnahme bei Seelandungen und sonst reagiert sie eigentlich auf alles, was der Spieler ihr so entgegen wirft relativ gut. Der Gesamteindruck ist sehr positiv. In Kriegen geht die KI nämlich auch hauptsächlich auf das Ziel, das sie anstreben. Insgesamt bin ich damit sehr zufrieden!
Aller Anfang ist schwerDie Grafik
Crusader Kings II ist ein typisches Paradoxspiel, die Grafik ist also nicht oberste Priorität. Allerdings kann man bei einem Brettspielcharakter ja auch keine Wälder in super Auflösung erwarten. Ich bin absolut zufrieden mit der Grafik. Der positive Eindruck wird durch ein paar Übersetzungsfehler und Pannen, wenn man auf Deutsch spielt etwas getrübt, das scheint aber seit den letzten Patches viel besser geworden zu sein. Ich habe eigentlich nichts auszusetzen.
Spielspaß allgemein
Für mich ist der Spielspaß sehr hoch. Es gibt so viele Nationen, Königreiche, Herzogtümer und gar Grafen, die man spielen kann. Da sind praktisch keine Grenzen gesetzt und man kann sich sogar aussuchen, ob man den blutigen Eroberungsweg geht oder sich durch geschickte Heiraten und politische Morde nach oben arbeitet.
Das Spiel macht unglaublich Laune! 
Multiplayertauglichkeit
Crusader Kings II zeichnet sich wie alle Paradoxspiele dadurch aus, dass man das normale Spiel auch einfach mit anderen im Multiplayer spielen kann. Genau das haben Ardrianer und ich gemacht und unglaublich viel Spaß dabei. Man kann sich gegenseitig unterstützen und die KI, vor allem wenn sie in Gestalt des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nationen auftritt, bietet doch die ein oder andere Herausforderung! Um im MP spielen zu können, muss man genauso wie bei eigentlich allen Paradoxspielen Ports freischalten. Wie das geht, könnt ihr im Paradoxforum nachlesen. Allerdings scheint es immer mal wieder Probleme zu geben, weshalb die meisten auf Programme wie Hamachi zurückgreifen mussten, um im MP spielen zu können. Mit Hamachi funktioniert es dann aber tadellos, darum würde ich das auch gleich empfehlen.
10/10 Punkte für den Multiplayermodus, die Tatsache, dass trotz Portfreischaltung (zumindest Ardrianer und ich) nicht über Direct IP spielen kann soll hier nicht zu einem Punkt Abzug führen! Ein paar Screenshots zu unserem Spiel könnt ihr dann auch noch bewundern.
Reiche zerfallen
DLCs
Jetzt noch eine Kurzbeschreibung zu einigen DLCs, und ob es sich meiner Meinung nach lohnt diese zu besitzen.
Legacy of Rome
legt den Fokus auf das Byzantinische Reich und aktiviert die Gefolge, die ein stehendes Heer darstellen und euren Armeen gute Dienste leisten werden! Ich finde durch dieses DLC wird der Spielspaß deutlich erhöht (durch das Gefolge). Absolute Empfehlung!
Sword of Islam
Dieses DLC ermöglicht auch mit muslimischen Nationen zu spielen, die ein eigenes Nachfolgerecht und auch sonstige interessante Besonderheiten haben! Das sollte man sich, wenn einem das Spiel gefällt, nicht entgehen lassen!
Sunset Invasion
Mit diesem DLC entdecken die Azteken Europa und landen an irgendeiner Stelle mit einer riesigen Armee. Eine interessante Alternative Geschichte, gleichwohl tritt dies erst im Lategame auf. Als riesiger CK II Fan kann man sich das sicher gönnen, wirklich nötig ist es aber nicht, denke ich. Auch wenn ich DLCs grundsätzlich wegen der „guten alten Zeit" in der es die noch nicht gab, kritisch gegenüber stehe, muss ich doch sagen, dass es hier schöne Erweiterungen gibt. Preislich ist das komplette Paket dann aber schon ziemlich teuer. Meine Empfehlung wäre hier auf ein Angebot bei Steam oder sonstigen Plattformen zu warten. Die DLCs bekommen von mir trotzdem 9/10 Punkten!

 

Fazit & Wertung

Crusader Kings II ist ein typisches Paradoxspiel, mit ordentlich Tiefgang. Es erfordert zwar eine gewisse Einarbeitungszeit, hat man dies aber geschafft ist es ein richtig launiges Spiel, dass auch im MP noch unzählige interessante Konstellationen und Möglichkeiten parat hält. 
Wenn ihr Strategiespiele à la Paradox mögt und euch das Setting gefällt: Eine absolute Kaufempfehlung von mir!
Wertung 87

Grafik 8/10
Sound 8/10
Bedienung 8/10
KI 8/10
Spielspass 10/10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

  

Genre: Strategie (Echtzeit Globalstrategiespiel mit Pausenfunktion)
Publisher/Entwickler: Paradox Interactive
Erscheinungsdatum:

14.02.2012

Sprachen: Englisch, Deutsch u.a.
Systemanforderung:

CPU: PC Windows XP/Vista/7, Intel® Pentium® IV 2.4 GHz oder AMD 3500+, Arbeitsspeicher: 2 GB RAM, Festplattenspeicher: 2 GB, Grafikkarte: Nvidia® GeForce 8800 oder ATI Radeon® X1900, Soundkarte: Direct X-kompatibel (DirectX 9); Internetverbindung für Mehrspieler

 

 

Video

 


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Hier noch einige Links zu Crusader Kings 2:
Nur wahre Männer können Röcke tragen

Offizielles Paradox Forum (CK2 deutsch)

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So bewertet der Stratege

Die Bewertung von Spielen wird anhand von 5 Kategorien erstellt. Diese sind in der Reihenfolge der Gewichtung: Spielspass, KI, Bedienung, Grafik und Sound. In jeder Kategorie sind maximal 10 Punkte möglich. Durch die unterschiedliche Gewichtung wollten wir eine faire Bewertung von Strategiespielen erreichen. Bei Strategietitel sind z.B. Sound & Grafik meist weniger wichtig als die KI, Schwierigkeit oder der Langzeitmotivationsfaktor.

Unsere Test-Kategorien und deren Gewichtung:
Grafik: x 3
Sound: x 2.5
Bedienung:  x 3.5
KI:  x 4
Spielspass:  x 4.5
(Pro Kategorie sind maximal 10 Punkte möglich)

Aufgrund einer eigenen Formel, kommen wir dann auf das Ergebnis der Wertung.

DLCs, Addons und Mods werden nach einer einfachen Skala gewertet. Die Skala geht von 1-5. Dies ist anhand einer Grafik erkennbar. So steht jeder Streifen für einen Punkt. Der Stern über dem Streifen stellt einen halben Punkt dar.

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