Warum ich immer noch HoI2 spiele?

Hearts of Iron 3 samt Addons ist bekanntlich der aktuellste Teil der Serie von Paradox, doch der Vorgänger wird immer noch von einigen gespielt.
Warum eigentlich? Das versuche ich in den folgenden Zeilen etwas zu erklären und dabei meine Sicht als Grundlage zu nehmen. Des besseren Verständnis wegen, skizziere ich dabei meine Laufbahn zu dem Spiel und wie sich was über die Jahre geändert hat.

Europakarte HoI2 Darkest Hour

Angefangen hat alles im Dezember 2005, als mir im Gespräch mit einen damaligen WG Mitbewohner über Axis & Allies, selbiger von einem Spiel erzählte, was ähnlich wie das Brettspiel war, nur auf dem PC. Wenige Minuten später mit einem Rohling in der Hand, wurden die folgenden Tage und Nächte trotz Uni Prüfungssituation exzessiv dazu genutzt, um das Spiel zu spielen. Immer wieder fing ich neu an, weil ich merke, hier kann man noch etwas verbessern und optimieren. Damals spielte ich noch auf Englisch, weil ich nicht wusste, wie man die Sprache im Spiel umstellen konnte. Ein paar Monate später holte ich mir HoI 2 Original und wenig später folgte das Stand-Alone-Addon Doomsday. Es war im Herbst 2006, als ich mich im Paradox-Games-Forum anmeldete. Um die Weihnachtszeit war es dann soweit. Ich spielte im ersten MP mit. Damals noch als Coop beziehungsweise als Achsenspringer. In diesen MP habe ich dann in Japan als Coop gespielt, hab Ungarn und Rumänien übernommen und musste am Ende das DR übernehmen, als es bereits dem Ende zuging. Der Lerneffekt war groß und ich merkte, dass im Multiplayer dieses komplexe Spiel noch mal um einiges mehr zu bieten hatte als nur im Singleplayer und Strategien, die im SP funktionierten, konnte man im MP in die Tonne treten. Es folgten viele weitere MPs und Doomsday war immer das Spiel der Wahl.  Zwar erschien im Frühjahr die Erweiterung Armageddon, jedoch setzte sich dieses wegen der Spielbarkeit im Multiplayer nie so recht durch, abgesehen von ein paar Ausnahmen. Doomsday wurde weiterhin von vielen MP Gruppen genutzt.

In der folgenden Zeit probierte man sich selbst im Modifizieren des Spiels. Ein Multiplayer Mod basierend auf den 4allPlayers MP Mod und meine erste No Mercy Version entstanden. Außerdem wurde mit einigen Spielern des Mittwoch-Nacht MPs mein erster Clan gegründet, der nicht der einzige HoI Clan im Paradox-Games-Forum war und blieb.

Im Sommer 2009 nun erschien HoI 3 und die Euphorie davor war groß, die Ernüchterung danach allerdings um so größer. Zur damaligen Zeit waren die Hardwareanforderungen für ein Paradox Spiel recht hoch. Ich kaufte das Spiel zwar, aber es war nicht spielbar auf meinem Rechner. Dazu war das Echo der Community über das Spiel auch eher bescheiden. Im Multiplayer war es vor allem durch zahlreiche Bugs und Performance-Lags zum Teil unspielbar. Hearts of Iron 3 MPs blieben daher zumindest im Paradox-Games-Forum eine Minderheit. Doomsday war immer noch die meistgespielte Version im Multiplayer.

Hoffnung kam Anfang 2010 auf, als Arsenal der Demokratie erschien. Eine Erweiterung auf Grundlage von Armageddon von Moddern, da einige Zeit vorher der Source Code von HoI 2 an ausgewählte Personen freigegeben wurde. Das Spiel begeisterte mich auch im Singleplayer und bot einige nette neue Möglichkeiten für Modifikationen. Die nächste No Mercy Version entstand und die Versprechungen der Entwickler waren groß, was sie noch alles einbauen wollten. Nervig war jedoch, dass AoD sehr langsam lief. Ein Durchlauf von 1936 an dauert recht lang, jedenfalls länger als bei Doomsday. Selbst auf meiner alten Kiste, war das schon grenzwertig.

Zwischenzeitlich erscheinende Hearts of Iron 3 Addons wurden in der Zeit weitestgehend von mir ignoriert , da sich Hardware technisch bei mir noch nichts getan hatte. Teile der Community wechselte jedoch zum Teil zum neuen Addon und viele neue Spieler kamen in der Zeit dazu.

Aber zurück zu Arsenal der Demokratie. Es war zwar bei vielen beliebt, jedoch setzte es sich im Multiplayer bis auf ein paar Ausnahmen nicht wirklich durch (Anmerkung: ich beziehe mich dabei auf Paradox-Games.de, in anderen Foren mag dies anders gewesen sein). Doomsday blieb weiter die Nummer 1 in Sachen Multiplayer.
Im Herbst 2010 erschien nun die nächste Entwicklung von HoI 2. Dieses Mal von einen anderen Entwickler – Team: Iron Cross. Irgendwie hat mich diese Version nie wirklich zum Kauf bewegt und es blieb daher bis heute unangetestet. Mich hat es auch etwas irritiert, dass man diese Version sowohl über Armageddon, Arsenal of Demokratie, als auch später über Darkest Hour drüber bügeln konnte und das auch funktionieren sollte.
2011 kam nun die 3. Entwicklung von Moddern für HoI 2: Darkest Hour und es versprach in Sachen Modding in neue Dimensionen vorzustoßen. Ich habe mich damals recht schnell von AoD losgesagt, denn DH lief flüssiger und bot mir in Sachen Modding mehr Möglichkeiten. Bis heute ist es daher das Spiel meiner Wahl.
Doomsday wurde jedoch bis vor kurzem auch noch fleißig im MP gespielt und es gibt immer noch welche, die das tun. Wir haben uns in unserer MP-Runde aber dazu entschieden, nun endlich zu DH zu wechseln.

Ein trauriges Kapitel ist das Verschwinden von Paradox-Games.de, welche über Jahre meine Hauptanlaufstelle für die Hearts of Iron Serie war, wo man Mitspieler für seine MP Runden gefunden hat und es sich zahlreiche kompetente Kräfte aus Teil 1, 2 und 3 gesammelt hatten. Ein neues Zuhause wurde bei der Strategie-Zone gefunden, wo ich auch schon seit (kurz nach der Gründung) aktiv bin, aber so mancher wird wohl verschollen bleiben und auch nicht jeder ist mehr aktiv. Aus meinen Clan sind die meisten leider auch nicht mehr aktiv oder spielen andere Spiele.

Was halte ich aus all dem fest? Warum spiele ich heute noch Hearts of Iron 2 und nicht den 3.Teil der Reihe? Teil 3 ist nicht schlecht und hat sich über die Addons und Patches gemausert, aber der erste Eindruck von damals hat mich davon abgehalten, mich ernsthaft mit dem Spiel zu beschäftigen. Jetzt habe ich auch aus zeitlichen Gründen keinen Raum mehr, so ein komplexes Spiel wie Hearts of Iron 3 noch einmal zu lernen und zu verstehen. Ich denke, das könnte der entscheidende Grund sein. Leider hat es Paradox zum Release von Teil 3 versäumt ein laufendes Spiel herauszubringen. Das ist schade. Vielleicht funktioniert es mit Teil 4 besser, sollte dieser irgendwann mal erscheinen. Dann aber bitte mit komplexer Kriegswirtschaft. ;)

Entscheidend war aber auch, dass ich Teil 2 über so viele Jahre immer regelmäßig im MP gespielt habe, wo ich selbst als erfahrener Spieler immer wieder etwas dazu lernen konnte. Wo man das Spiel verstand, jedes wichtige Land zumindest mal gespielt hatte und man Mitspieler hatte, die ebenso begeistert waren und die zum großen Teil zuverlässig waren, wie man selbst. Ohne die MP Runden hätte ich vielleicht auch aufgehört mit dem Spiel. Im Umkehrschluss heißt das aber auch: Teil 3 hätte ebenso mein Hauptspiel werden können, doch blieben die meisten Multiplayer Mitspieler wie ich lange Zeit auf Doomsday und damit bei Teil 2 hängen. Das ist vielleicht der entscheidende Punkt, warum ich heute immer noch den 2. Teil liebe und spiele.

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