Starcraft 2 Arcade - Teil 1: Desert Strike

Starcraft 2 ist vielen bekannt durch die riesige Multiplayer-Szene oder durch die nahezu filmreife Kampagne. Doch das Spiel hat noch weit aus mehr zu bieten als diese beiden Komponenten. Schon im Vorgänger, Starcraft und Starcraft Broodwar war der Kampagnen-Editor ein wichtiger Bestandteil des Spiels und ermöglichte dem Spieler, eigene Karten und Mods zu kreieren. In Warcraft 3 und Starcraft 2 wurden die Funktionen des Editors nochmals extrem erweitert. Eigene Zwischensequenzen, Shooter, Rennspiele, fast alles ist möglich. Im Spiel findet man unter der Rubrik „Arcade" zahlreiche solcher Mods. Die besten davon findet man in einer Top-10-Schnellansicht gleich beim Öffnen des Arcade Modus.
In dieser neuen Serie will ich nach und nach einige der Perlen unter den Starcraft 2 Mods vorstellen. Nach Möglichkeit ein Teil pro Ausgabe. Beginnen will ich mit dem Klassiker Desert Strike.

 

Teil 1: Desert Strike
Die Mod gab es schon im alten Starcraft und erfreute sich großer Beliebtheit. Nicht verwunderlich also, dass es seit dem Erscheinen von Starcraft 2 neue Versionen gibt. Die die beiden bekanntesten Versionen von Desert Strike in Starcraft 2 sind die Version mit der Codenummer 1338, welche unter Wings of Liberty aktuell war und eine neuere Version unter Heart of the Swarm. Das Spielprinzip in beiden ist grundsätzlich gleich, aber im Detail unterscheiden sie sich doch. Im Folgenden will ich das Spielprinzip und die Grundlagen von Desert Strike erklären und dann auf die kleinen Unterschiede zwischen den beiden Versionen eingehen. Am Ende habt ihr hoffentlich einen Überblick über die Modifikation erhalten und wisst in etwa, was euch erwartet oder ob das Spiel vielleicht etwas für euch ist.
Desert Strike ist eine 3 vs 3 Karte. Jeder hat die Wahl zwischen den drei bekanntes Spezies: den Terranern, den Zerg und den Protoss. Wie im Grundspiel auch, stehen euch alle bekannten Multiplayer-Einheiten zur Verfügung. Im Unterschied zum Grundspiel baut ihr hier aber nur Gebäude, forscht Technologien und sammelt Ressourcen. Die Kämpfe laufen automatisch ab und bieten nur geringe Möglichkeiten für Eingriffe ins Spielgeschehen.
Desert Strike 1338 BauJeder startet mit einer kleinen Menge an Mineralien, welche jede Sekunde von selbst steigt. Man braucht also keine Arbeiter, sondern kann Raffinerien bauen, um diesen Rohstoffausstoß zu erhöhen, jedoch ist nach dem Bau dieser Raffinerien für kurze Zeit das Rohstoffeinkommen eingefroren. Erst nach einem Cooldown geht es weiter.
In der Anfangsphase könnt ihr bis zu drei Raffinieren bauen, später nach 20 Minuten Ingamespielzeit besteht die Möglichkeit zwei weitere Raffinerien zu bauen. Die zwei zusätzlichen Bauplätze sind bis dahin gesperrt. Je Raffinerien gibt dir einen Bonus von 10% auf dein Einkommen, was einen 50% Bonus insgesamt ausmacht. Diesen Bonus kann man noch weiter erhöhen, aber dazu muss ich erst mal kurz auf das Spielfeld eingehen. Jeder hat einen Bauplatz in einem separaten Gebiet. Dort seid ihr sicher, sprich: die Gebäude können durch keine Feindeinwirkungen zerstört werden. Das Schlachtfeld selbst ist geteilt in zwei Hälften, wobei jede Team jeweils eine Hälfte kontrolliert. Das Hauptgebäude ist der Nexus/die Kommandozentrale. Wird dies zerstört, endet das Spiel mit Sieg für das Team, welches noch sein Hauptgebäude hat. Vor dem Nexus ist ein Vorposten in Form einer Photonenkanone/Bunker platziert. Hauptgebäude und Kanone verteidigen sich selbst und haben für für die Anfangsphase auch genug Feuerkraft
Damit komme ich zum Bauen der Gebäude, welche wiederum Einheiten produzieren. Jedes Gebäude kostet Rohstoffe, die du erst mal haben musst und jedes Gebäude produziert Einheiten. Du kannst zu jeder Phase des Spiel Einheiten bauen, sofern du das nötige Kleingeld und den Bauplatz hast, denn dieser ist begrenzt. Bei einem 3er Team wird alle 90 Sekunden dein Trupp anhand der Gebäude die du besitzt, losgeschickt und trifft dann auf dem Schlachtfeld auf den Trupp des Gegners. Der Punkt, wo gekämpft wird, verschiebt sich auf der Karte. Je nachdem, ob jemand früh viele Einheiten baut, ob jemand eine Einheit kontert oder wie stark sie ist oder was für Upgrades die Einheit hat. Starke Einheiten wie der Koloss oder der Kreuzer der Terraner kann man erst ab dem Technologielevel 3 bauen, welches man vorher erforschen muss für viel Geld. Einfaches stumpfes Drauf-los-Bauen führt selten zum Erfolg. Jeder sollte wissen, wie schnell baue ich Raffinieren, wann sollte ich techen, was baue ich. Auch der Verkauf von Gebäuden ist möglich. So erhält man einen Teil des investierten Geldes zurück. Je nach Technologielevel unterschiedlich viel.Desert Strike HotS Bau
Es gibt Spieler, die forschen schnell auf Level 3, bauen 3 Raffinerien, aber erst mal keine Einheiten und kommen dann mit Trägern oder Kreuzern an. Diese Einheit ist zwar stark, kann aber locker gekontert werden, zum Beispiel mit Marines und Wikings. Die besten Baureihenfolgen, Konter und Teamtaktiken führen in der Regel zum Sieg. Der kann schon nach wenigen Minuten kommen, aber auch Spiele, welche lange dauern und sich zu wahren Massenschlachten entwickeln, sind nicht selten und dauern länger als eine halbe Stunde.
Soweit zu den Grundlagen. Jetzt komme ich zu den Unterschieden zwischen der Wings of Liberty Version 1338 und der Heart of the Swarm Version. Beide gleichen sich in den grundlegenden Spielprinzip, spielen sich im Detail aber doch unterschiedlich. In der Desert Strike Version 1338 kann man zusätzlich zu den Standardeinheiten auf Bonuseinheiten bauen, die es sonst nur in der Kampagne oder im Editor gibt. Den Schleicher auf Zerg-Seite, der unterirdische Stachelattacken loslässt, den Adler auf Terraner-Seite, welcher Minen legt, und den Scout-Flieger auf Protoss-Seite, ein starker Kämpfer gegen Lufteinheiten, jedoch mit eher schwachen Angriff auf Bodenziele.
Was den Einsatz von Fähigkeiten auf dem Schlachtfeld angeht, so gibt es kleine aber feine Unterschiede. In beiden Versionen hat man geringen Einfluss. Zum Beispiel kann man seine Marines selbst stimmen oder seine Einheiten eingraben. In der Heart of the Swarm Version kann man zusätzlich über Voreinstellung definieren, welche Fähigkeiten ganz abgestellt werden. So lässt es sich zum Beispiel verhindern, dass Wikings im Kampf landen oder Phönixe keine Einheiten mehr hoch heben. Man kann aber auch einstellen, welchen Typ an Halluzinationen die Sentri erschafft, im Idealfall passend zu deiner Armee. Spielst du mit vielen Archons, sind Archon-Halluzinationen die Wahl, hast du viele Immortals, dann natürlich die. Jede Sentri lässt sich einzeln damit einstellen, weshalb auch verschiedene Halluzinationen möglich sind.
Desert Strike 1338 SchlachtDer größte Unterschied zu der anderen DS Version sind die Möglichkeiten der Formationen. In 1338 kommt dein Trupp bunt durchmischt und ohne Ordnung auf das Schlachtfeld, wodurch Nahkämpfer oft hinten stehen und Fernkämpfer in vorderster Reihe. Dazu haben die Einheiten verschiedene Geschwindigkeiten, wodurch deine schnellen Kämpfer unter Umständen
eher zum Feind kommen und entsprechend auseinander genommen werden. Das schwächt deine Armee, da sie nicht in geschlossener Stärke auf den Gegner trifft.
In der Heart of the Swarm Version ist die Geschwindigkeit aller Einheiten in Bewegung gleich und erst wenn Feindeinheiten in Sicht kommen, rasen die schnellen Zerglinge los, um sich auf den Gegner zu stürzen, während im Hintergrund deine Hydralisken aus allen Rohren schießen. Das entschiedenste Merkmal dieser neuen Version ist aber die Formation. Wenn du deine Einheiten auf dem Bauplatz platzierst, erscheinen diese auch genau in der Position auf dem Schlachtfeld. Berserker stellt man als Nahkämpfer natürlich in vorderster Front hin. Dahinter kommen Fernkämpfer wie Stalker oder Immortals. Jede Variation der Formation wirkt sich etwas anders aus und natürlich ist es auch wichtig zu gucken, was der Gegner macht. Spielt er viele Marines und Rächer? Dann versuche es mit Zerglingen, Banelingen und Ultralisken. Spielt er Marodeure und Panzer? Versuche es mit Lufteinheiten zur Unterstützung deiner Bodentruppen. Die Möglichkeiten sind groß und keine scheint übermächtig.

Zum Schluss komme ich noch auf eine Besonderheit der Wings of Liberty Version 1338 zu sprechen. Hier ist es möglich, Einheiten auf dem Schlachtfeld einzufrieren und zwar durch das Auswählen einer kleinen Einheit, wie Marine, Zergling oder Berserker, dann per Chateingabe „/dance" schreiben und dann bestätigen (das funktioniert bei größeren Einheiten nicht). Das ist in sofern nützlich, um die Mitte zu kontrollieren, falls die eigene Armee das Zeitliche gesegnet hat oder wenn der Gegner keine eigenen Einheiten baut. Und kontrolliert man die Mitte, hat man mehr Einkommen als der Gegner.

Persönlich kann ich euch die Heart of the Swarm Variante empfehlen, welche auch im Wings of Liberty Arcade verfügbar sein sollte. Ich bevorzuge diese Version vor dem Vorgänger deshalb, weil ich mit den Desert Strike HotS SchlachtFormationen mehr Möglichkeiten habe und durch das Individualisieren der Fähigkeiten machen deine Truppen auch wirklich das, was du willst. Dazu wird die Heart of the Swarm Variante noch regelmäßig aktualisiert, was bei der 1338er Version schon seit einiger Zeit nicht mehr der Fall ist und diese meiner Meinung nach zu nicht ganz ausbalanciert ist. Gerade viele Königinnen mit Schleicher ist eine extrem starke und kaum zu konternde Variante.
Probiert es aus!

 

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