Waffentechnik: Panzer III

Der Panzer III ist einer der bekanntesten Panzer des Krieges. Er war zu Kriegsbeginn als Unterstützungspanzer des Panzer IV gedacht und sollte damit das Grundgerüst der geplanten Panzerdivisionen bilden.

Vorgeschichte

Während Modelle des Panzer I und Panzer II lediglich zu Ausbildungszwecken genutzt werden sollten, war der Panzer III der erste richtige Panzer der Wehrmacht. Entgegen der damals gängigen Panzerdoktrin entwickelten
die deutschen Kommandeure Guderian, von Manstein und Nehring die Taktik der mobilen Kriegsführung, die später in der Blitzkriegstaktik weiter ausgebaut wurde. Hintergrund dieser Entwicklung waren die Erfahrungen der deutschen Truppen im ersten Weltkrieg gegen angreifende Panzer. Da die Deutschen nicht über genug eigene Panzer verfügten, war für sie das Erscheinen der amerikanischen und britischen Panzerkampfwagen im ersten Weltkrieg ein Schock. Ein Schock, den die Alliierten nie erlebt hatten. Auf den Erfahrungen des ersten Weltkrieg basierte die Taktik des Blitzkrieges. Sie sah vor, mit schnellen Truppen die feindlichen Stellungen an schwachen Stellen zu durchbrechen, im Hinterland des Gegners die Logistik anzugreifen und im späteren Verlauf einen Kessel um die feindlichen Truppen zu bilden. Diese Taktik setzte eine Einheit voraus, die in der Lage war, die gegnerischen Linien zu durchbrechen und die nötige Geschwindigkeit hatte, diese Erfolge auszunutzen. Guderian sah in den Panzern die Lösung für das Problem. 

Heinz Guderian

 Im Gegensatz zu den europäischen Nachbarn entwickelten die deutschen Militärs den Einsatz von Panzerdivisionen, weil sie erfahren hatten, was für eine Schockwirkung diese auf gegnerische Infanterie hatten. Durch den massierten Angriff der Panzer, so der Plan, ließen sich die gegnerischen Linien durchbrechen. Vorher wurden Panzer  nur als Infanterieunterstützungswaffe entwickelt und agierten nicht als eigene Truppengattung, sondern wurden auf die Infanteriedivisionen verteilt. 

Aufgrund dieser Anforderungen wurde der Panzer III entwickelt. Er sollte als Unterstützungspanzer für den Panzer IV die Standardausstattung einer Panzerdivision bilden. Anders die von Russland, Frankreich oder England entwickelten Panzer sollte der Panzer III den Anforderungen der mobilen Kriegsführung genügen. Seine Stärken mussten daher in den Bereichen Mobilität und Kommunikation liegen. Generaloberst Guderian sah zudem den Einbau der durchschlagsstarken 5-cm KwK vor. Jedoch lehnte das Heereswaffenamt dies ab. Gründe hierfür waren, dass die 3,7-cm Kanone der Infanterie als ausreichend erachtet wurde und die Waffenarten vereinheitlicht werden sollten. Hitler entschied sich letztlich zugunsten der 3,7-cm Kanone, die bereits bei der Infanterie und der Artillerie Verwendung fand. Dennoch konnte Guderian durchsetzen, dass der Drehkranz des Turmes stabil genug konstruiert wurde, um den späteren Einbau einer durchschlagsstärkeren Kanone möglich zu machen. Später sollte sich dies noch als sehr nützlich erweisen.  Weitere Anforderungen Guderians waren ein Maximalgewicht von 24 Tonnen aufgrund der begrenzten Belastbarkeit von Brücken, eine Platzkapazität für 5 Besatzungsmitglieder und eine Funkanlage, die eine interne und externe Kommunikation zuließ.

Entwicklung

Aufgrund des Versailler Vertrags und des damit verbundenen Verbotes für schwere Waffen wie Panzer und Flugzeuge erfolgte die Entwicklung des Panzer III unter dem Tarnnamen „Zugführerwagen“ (ZW). Die Entwicklungsaufträge wurden vom Heereswaffenamt 1935 an Krupp, MAN, Rheinmetall und Daimler-Benz vergeben. Die größten Automobilhersteller Opel und Ford wurden nicht in den Auftrag involviert da beide amerikanische Mutterfirmen hatten. Diese Entscheidung zugunsten der Geheimhaltung hatte jedoch den Nachteil, dass die Erfahrungen dieser Hersteller bei großen Serien nicht mit einbezogen werden konnten und damit eine Massenproduktion des Panzers erst einmal nicht umgesetzt wurde. 1936 erhielt aufgrund der Prototypen Daimler-Benz den Auftrag, den Panzer III weiter zu entwickeln und später auch zu produzieren. Die Modelle der Vorserie wiesen innenliegende Walzenblenden und zwei neben der Hauptkanone liegende MGs auf.

Die erste Vorserie „Ausführung A“ (1/ZW) wurde 1937 an die Truppe zu Versuchszwecken übergeben. Diese Ausführung verfügte über eine 15-mm Panzerung auf allen Seiten, ein Gesamtgewicht von 15,4 Tonnen und verfügte durch einen 12-Zylindermotor von Maybach über 250 PS. Darüber hinaus verfügte er über zwei MGs seitlich der Hauptkanone und ein drittes MG, das vom Funker bedient wurde und aus der Wanne ragte. Darüber hinaus bestand das Laufwerk noch aus fünf großen Doppellaufrädern, die auf Schraubenfedern aufgehängt waren. Insgesamt wurden von dieser Vorserie zehn Panzer gebaut.

Panzer III A

Die zweite Vorserie war die Ausführung B, von der 1937/38 15 Fahrzeuge gebaut wurden. Sie verfügte nun über acht kleine Laufrollen, die in zwei Paaren in einer Doppelschwinge zusammengefasst waren. Je vier dieser Laufrollen wurden mit einer Blattfeder gedämpft. Darüber hinaus erhielt das Laufwerk statt zwei nun drei Stützrollen. Weitere Prototypen waren die „Ausführung C“ (3a/ZW) mit 15 Panzern und die Ausführung D (3b/ZW) mit 30 Panzern. Bei der Ausführung C gab es weitere Änderungen am Laufwerk. So wurden die vorderen und hinteren Doppelschwingen durch Blattfedern ersetzt und die mittleren vier Laufrollen her hielten eine größere Blattfeder.

Blattfeder

Die „Ausführung D“ wurde 1938 ausgeliefert. Es gab erneut kleinere Anpassungen am Laufwerk. So wurde ein anderes Getriebe eingebaut, das über 6 statt der bisher 5 Gänge verfügte. Die Panzerung wurde an allen Seiten um 15 mm auf 30 mm, verstärkt was eine Erhöhung des Gesamtgewichts auf 19,8 Tonnen mit sich brachte.

Panzer III D
Panzer III D

In der Ausführung E wurde der stärkere Maybach HL 120 TR Motor verbaut. Darüber hinaus wurde ein neues Getriebe verbaut und das Laufwerk bestand nun nur noch aus sechs Doppel-Laufrollen, welche einzeln an querliegenden Federstäben hingen, die als Dämpfung dienten. Es wurden 96 Panzer diese Ausführung bis zum Oktober 1939 gebaut.

Panzer III E
Panzer III E

Alle 199 Panzer der Vorserie wurden an Panzereinheiten ausgeliefert und im Polenfeldzug eingesetzt. Danach wurden die Ausführungen A, B und C ausgemustert und einige Ausführungen D im Rahmen der Operation „Weser-übung“ zu den Truppen in Norwegen geschickt. Die Ausführung E nahm bis Ende 1942 am Krieg teil und wurde an allen Fronten eingesetzt.
Am 27. September 1939 ging der Panzer III in der Ausführung F in Serie. Doch damit kamen weitere Probleme auf. Da bei der Entwicklung des Panzer III aus Geheimhaltungsgründen die Unternehmen Ford und Opel nicht involviert worden waren, ergaben sich mehrere Probleme. Zum einen verfügten die beteiligten Firmen kaum über Erfahrungen in der Massenfertigung. Deswegen war der Panzer III nicht unter diesen Gesichtspunkten konstruiert worden. Desweiteren wurden für die Herstellung des Panzers qualitativ hochwertige Teile benötigt, die statt in Massenproduktion oft in Einzelfertigung hergestellt werden mussten. Der Panzer III wurde während seiner gesamten Produktionszeit nie in einer gut durchstrukturierten Fließbandfertigung hergestellt und das, obwohl außer Daimler-Benz, Henschel, MAN noch fünf weitere Hersteller an der Produktion beteiligt waren. Dieser Umstand führte dazu, dass die deutsche Panzerindustrie nur über eine geringe Produktionskapazität verfügte und die Produktion auf viele Standorte verteilt war, was sich im späteren Kriegsverlauf auch bei anderen Panzermodellen als problematisch erwies. Denn dies machte die Produktion sehr anfällig für Bombenangriffe. Zudem gab es keine standardisierten Teile, was später auch bei der Wartung und Reparatur zu erheblichen Problemen führte. So belief sich alleine die Endmontage des Panzer III auf 1.800 Stunden. Bei der Endmontage werden lediglich vorher gebaut Module zusammengebaut. Dabei waren alle benötigten Teile bereits in Module zusammengesetzt worden.

Technische Daten

Der Panzer III ging in der Ausführung F in die Serienproduktion. Er wog 20,3 Tonnen und war 5,41 m lang, 2,92 m hoch und 2,44 m breit und mit der 3,7-cm-KwK als Hauptbewaffnung verbaut. Es hatte sich zwar bereits in Polen gezeigt, dass die Kanone zu schwach war, aber da keine bessere Kanone auf die Schnelle verbaut werden konnte und das Heereswaffenamt die Produktion nicht anhalten wollte, wurde weiterhin diese Kanone eingesetzt. Selbst auf eine Distanz von 100 m verfügte diese Kanone nur über eine Durchschlagskraft von 35 mm, auf 500 m mit Standardmunition sogar nur noch über 29 mm. Die Panzergranate 40, die mit Wolfram versehen war, erhöhte zwar die Durchschlagsleistung auf 64 mm bzw. 43 mm, war aber nur in stark begrenzten Mengen verfügbar. Die Durchschlagswerte gelten für einen Aufschlagswinkel von 30 Grad. Die Mannschaft konnte 120 Schuss Munition mit sich führen. Die Panzerung war überall 30 mm stark. Lediglich die Winkel variierten zwischen 65 und 90 Grad. Der Panzer erreichte mit dem HL 120 TR Ottomotor eine Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h, hatte eine Reichweite von 170 km auf der Straße und 100 km in offenem Gelände bei einem Treibstoffvorrat von 320 Litern. Der Panzer verfügte über eine Leistung von 15,3 PS/Tonne Gewicht. Die beiden MG 34 verfügten zusammen über 3.600 Schuss Munition. Der Turm des Panzer III besaß keinen eigenen Turmboden. Zwar waren die Sitze des Kommandanten und des Richtschützen am Turm aufgehängt, aber der Ladeschütze musste der Turmbewegung folgen. Der Turm wurde mechanisch vom Richtschützen geschwenkt. Bei Bedarf konnte auch der Kommandant in die Turmsteuerung eingreifen. In den späteren Ausführungen wurden die am Turm angebrachten seitlichen Notausstiege reduziert oder gar ganz weggelassen. Die Besatzung konnte teilweise untereinander über Funk kommunizieren. So waren der Fahrer und der Kommandant im internen Funknetz miteinander verbunden und der Funker konnte zwischen externem und internen Funknetz wechseln.

Ausführungen

Ausführungen F und G 

Panzer III F

Panzer III F

Die ab dem 27. September 1939 gebaute erste Serienversion des Panzer III wurde bis Juli 1940 gebaut. Während dieser Zeit konnte die Panzerindustrie 435 Stück fertigstellen. Die letzten 100 Panzer dieser Serie wurden aufgrund der Schwächen gegen französische Panzer mit einer 5-cm-KwK/L42 ausgestattet, was die Durchschlagskraft auf 500 m immerhin von 29 mm auf 47 mm verbesserte. Der in der Ausführung F verbaute Maybach HL 120 TR Ottomotor wurde später auch in allen weiteren Ausführungen des Panzer III eingesetzt und brachte eine Leistung von 265 PS (kurzzeitig bis zu 300 PS). Die Ausführung G ist nur eine geringe Modifikation der Ausführung F. So war die Ausführung G mit der am Ende in der Ausführung F verbauten 5-cm-KwK/L42 ausgerüstet. Die Ausführung G wurde während des Balkan-Feldzugs erstmals eingesetzt. Insgesamt wurden 600 Panzer dieser Ausführung von April 1940 bis Februar 1941 gebaut. Im Winter 1941/42 wurden zudem die älteren Ausführungen nachträglich mit der 5-cmKwK/L42 ausgerüstet.

Ausführung H

Panzer III H
Panzer III H

Im Herbst 1940 begann die Produktion der Ausführung H. Sie wurde mit einem verbesserten Turm ausgestattet. Darüber hinaus wurden seine Wannenpanzerung frontal um 30 mm auf 60 mm verstärkt, was sein Gewicht auf 21,6 Tonnen erhöhte. Um die durch die Zusatzpanzerung entstandene Belastung auf den Antrieb zu verringern, hatte man ein neues Getriebe eingebaut und das Laufwerk überarbeitet. Um den Bodendruck des Panzer III trotz der Gewichtszunahme auf gleichem Niveau zu halten, musste die Breite der Ketten von 36 mm auf 40 mm erhöht werden. Dies war vor allem aufgrund der in Russland oft schlammigen Böden sehr wichtig. Um Probleme mit der Gewichtsverteilung zu verhindern , wurde darüber hinaus auch das Heck mit einer 30 mm Zusatzpanzerung ausgestattet. Über die Produktionszahlen ist man sich heute nicht ganz einig. So fand ich Quellen, die von 308 gebauten Panzern ausgehen, während andere Quellen von bis zu 1.400 Panzern sprechen.

 Ausführung J, L und M

Panzer III J
Panzer III J

Im März 1941 begann die Produktion der Ausführung J, da sich gezeigt hatte, dass sowohl die Panzerung als auch die kurze 5-cm-KwK/L42 nicht mehr den Anforderungen der Ostfront gerecht wurden. Bei dieser Ausführung wurde die Panzerung an der Wanne und am Heck auf 50 mm verstärkt und die bisherige Zusatzpanzerung für die Ausführung J dafür weggenommen. Ab Januar 1942 wurde diese Ausführung zudem noch mit der langen 5-cm-KwK/L60 ausgestattet. Insgesamt wurden 2.616 Panzer III J gebaut, davon 1.067 mit der 5-cm-KwK/L60. Damit war die Ausführung J die am meisten gebaute Ausführung des Panzer III. Ironischer Weise hätte die verbesserte 5-cm-KwK bereits in die Ausführung F verbaut werden können. Das Heereswaffenamt hatte sich aber dagegen entschieden, da aufgrund der Länge der Kanone Probleme bei der Geländegängigkeit befürchtet worden waren.

Panzer III L
Panzer III L

Bei der Ausführung L wurde zusätzlich zur Panzerung der Ausführung J eine 20-mm Platte vor der Fahrerfront und der Walzenblende am Turm angebracht. Darüber hinaus verzichtete man auf die Notausstiegsluken an der Wanne. Die Panzerung des Turms wurde des weiteren auf 57 mm verstärkt, so das diese zusammen mit der 20-mm-Platte fast 80-mm betrug. Dennoch zeichnete sich durch die weiteren Anpassungen bereits ab, dass der Panzer III nur noch als Unterstützungspanzer eingesetzt werden sollte. So wurde die Zahl an Granaten auf 78 Stück reduziert, um im Gegenzug die Munition für die Maschinengewehre von 2.000 Schuss auf 5.000 Schuss zu erhöhen. Kurzzeitig versuchte man den Einbau einer durchschlagsstarken Kanone mit konischem Rohr. Aufgrund des extrem hohen Rohrverschleiß wurde jedoch rasch davon abgesehen. Es wurden 650 Panzer dieser Ausführung gebaut.

Mit der folgenden Ausführung M wurde die Entwicklung nicht weiter getrieben sondern im Mittelpunkt stand die Vereinfachung der Produktion der Ausführung L. So gab es unter anderem Änderungen an der Auspuffanlage. Zwischenzeitlich wurde der Panzer III M mit 5-mm-Schürzen ausgestattet. Eine weitere Anpassung fand bei der Kanone statt. Damit die 5-cm-KwK/L60 im Gefecht gegen die mittlerweile modernisierten gegnerischen Waffensyssteme weiterhin bestehen konnte, mussten Wolframgeschosse verwendet werden. Da diese aber kaum noch in ausreichender Zahl verfügbar waren, wurde die 7,5-cm-KwK 37/L24 verbaut, nachdem der Panzer IV auf die langen 7,5cm Kanonen umgerüstet worden waren. Die Munition des Geschützes war eine gegen Infanterie sehr wirksame Sprenggranate sowie die Hohlladungsgranate 38C, die auf jede Distanz eine 75-mm-Panzerung durchschlagen konnte. Die Panzergranate hingegen konnte auf 500 m lediglich 38 mm Panzerung durchschlagen. Somit wurde der Panzer III weiter in seiner Rolle als Unterstützungspanzer bestärkt. Um ihm eine leistungsfähigere 7,5cm Kanone zu geben, war der Turmkranz jedoch zu schwach und zu klein. Es wurden insgesamt 250 Stück gebaut.

 Ausführung N

Die letzte Serie des Panzer III war die Ausführung N, produziert zwischen Juni 1942 und August 1943. Damit wurde die Produktion des Panzer III ein Jahr vor seiner Ausmusterung eingestellt. Der Wandel des Panzer III zum Unterstützungspanzer und des Panzer IV vom Unterstützungspanzer zum Hauptkampfpanzer war damit endgültig abgeschlossen. Die Ausführung N verfügte, wie man es schon bei der Ausführung M in Angriff genommen hatte, über die aus dem Panzer IV ausgebaute 7,5-cm KwK/L24. Der Panzer führte nur noch 64 Schuss mit sich, die Maschinengewehre 3.450 Schuss. Das inzwischen auf 23 Tonnen angestiegene Gewicht führte auch zu einer Erhöhung des Bodendrucks auf 1kg/cm³. Als Vergleichswert erreichte der Panther, als der Panzer mit dem mit Abstand geringsten Bodendruck, nur einen Wert von 0,85 kg/cm³.

Weitere bekannte Spezifikationen:

Der Panzer III bzw. sein Laufwerk wurden in sehr vielen weiteren Waffensystemen verwendet. Diese alle hier aufzuzählen ist sehr langwierig, und ich bezweifle dass es viele Leser geben wird, die Bergepanzer oder Munitionstransportpanzer interessieren werden. Deswegen werde ich mich auf die bekannteren und interessanteren Modelle beschränken.

Sturmgeschütz III

Sturmgeschütz III

Das Sturmgeschütz III oder auch StuG3 genannt, war eine Sturmartillerie. Die Idee dazu stammt aus dem Jahre 1935 und war von Erich von Manstein im Rahmen seines Blitzkriegkonzeptes entwickelt worden. Die Grundidee war es, bei einer mobilen Kriegsführung mobile Artillerieverbände mit der Infanterie mitzuschicken. Diese sollten entgegen von mobilen Artilleriegeschützen die Infanterie direkt begleiten und aktiv im Kampf eingesetzt werden. Es wurden insgesamt von 1940 bis zum Kriegsende 12.000 Sturmgeschütze auf Basis des Panzer III gefertigt. Anfangs wurden die StuG3 mit der 7,5-cm-StuK 37/L24 ausgerüstet sowie mit einer um 20 mm auf 50 mm verstärkten Frontpanzerung versehen. Im März wurde die Ausführung F in Dienst gestellt. Sie verfügte die längere 7,5-cm-StuK 40/L43. Ab Herbst wurde sogar die L48 verbaut. Die Ausführungen mit der neuen 7,5-cm-StuK 40 Kanone wurden aufgrund der neuen Kanone auch „Sturmgeschütz 40“ genannt. Modifikationen war die Sturmhaubitze 42 (StuH42), die mit einer 10,5-cm-Haubitze anstatt der 7,5-cm-StuK ausgestattet war oder das Sturminfanteriegeschütz 33 (StuIG33), ausgerüstet mit einem 15cm-Sig 33 Geschütz.

Geschützwagen III

Der Geschützwagen III wurde auch Hummel genannt und fungierte als mobile Artillerie auf der Basis des Panzer III Laufwerks, ausgestattet mit einer 150-mm-Haubitze und 18 Schuss Munition. Die 150-mm-Haubitze wurde bereits zwischen 1926 und 1930 gefertigt. Die Sprengwirkung der Granaten war gewaltig. Die Granaten konnten aber auch bis zu 3 m Erdreich durchschlagen. Die Vorgänger der Hummel waren der Bison (Panzer I) und die Wespe (Panzer II). Die Hummel verfügte zwar nur über eine 10 bis 30 mm starke Panzerung, hatte aber ein MG 34, um sich gegen Infanterie verteidigen zu können. Im März 1943 wurden die ersten Hummeln an die Truppe ausgeliefert. Die Produktion dauerte bis Anfang 1945 an und umfasste 734 Panzerhaubitzen. Die Hummel wurde zusammen mit der Wespe eingesetzt. Die Produktion konnte jedoch die Verluste nicht ausgleichen, und so sank die Zahl der „Hummeln“ 1944 um 240. Als Anfang 1945 die Produktion eingestellt wurde, gab es noch 335 Hummeln, denen es jedoch an Kraftstoff- und Munition mangelte.

Panzerhaubitze Hornisse / Panzerjäger Nashorn


"Nashorn"

Die 8,8-cm-Flugabwehrkanone hatte in Frankreich bewiesen, dass sie sehr gut dazu geeignet war, feindliche Panzer zu zerstören. Aufgrund dieser Erkenntnis entstand die 8,8-cm-Pak 43/L71. Diese gezogene Panzerabwehrkanone war allerdings zu schwer, um von Soldaten schnell bewegt werden zu können. Aus diesem Grund begann man die Entwicklung eines Fahrzeugs, das die Kanone tragen konnte. Der Geschützwagen III/IV wurde Anfang 1942 von Alkett und den deutschen Eisenwerken vorgestellt. Das Laufwerk war das des Panzer IV, während jedoch die Kraftübertragung des Panzer III verbaut war. Ursprünglich wurde dieser Panzerjäger Hornisse genannt. Auf Hitlers Wunsch hin wurde er in Nashorn umbenannt und ging bei den Deutschen Eisenwerken in Serie. Die Produktion wurde bis 1944 gebaut mit einer Stückzahl von 473 Stück. Doch die Panzerung des Panzerjägers war eher mager ausgefallen. So verfügte er nur über eine Frontpanzerung von 30 mm, der Aufbau sogar nur über 10 mm. Darüber hinaus war der Panzer oben und hinten offen und konnte so von Infanterie angegriffen werden. Das Nashorn wurde 1944 durch den Jagdpanther ersetzt, der einen richtigen Jagdpanzer darstellte. Das Nashorn wurde bis Kriegsende eingesetzt. Trotz seiner Anfälligkeit gegen feindliche Infanterie war die Wirkung der Pak vernichtend bei gegnerischen Panzern. So konnte die Pak auf eine Entfernung von 500 m und einem Aufschlagswinkel von 30 Grad noch 182 mm Panzerung durchschlagen. Mit Hartkerngeschossen sogar 223 mm. Die Kanone war selbst 1945 noch so stark, dass sie im Tiger 2 verbaut worden ist. Als Vergleich: Der modernste russische schwere Panzer zu Kriegsende war der IS-2. Er verfügte über eine 120-mmFrontpanzerung, die um 60Grad geneigt war. Die zu dieser Zeit schon seit drei Jahren im Einsatz befindliche Panzerabwehrkanone konnte ihn sogar noch auf eine Distanz von 2500 m (120 mm gegen 127 mm) durchschlagen.

Panzer III/IV

Der Panzer III und der Panzer IV zeigten starke Ähnlichkeiten in ihrer Konstruktion. Aufgrund dessen kam im September 1941 die Idee auf, einen neuen Panzer zu entwickeln, der auf der Grundlage beider Panzer entstehen sollte. Dabei entstanden der Panzer III n.A. und der Panzer IV n.A. (neuer Art), die sich lediglich in ihrer Bewaffnung unterscheiden sollten. Man erwartete aufgrund ihrer gleichen Bauweise große Einsparungen in Produktion, Ausbildung, Instandsetzung und Nachschub. Die Panzer sollten auf allen Seiten mit einer 50-mm-Panzerung versehen sein und ein Schachtellaufwerk besitzen, die Turmdrehung durch ein hydraulisches System vereinfacht werden. Es wurden einige Prototypen mit einer 5-cm-KwK 38 gebaut. Aufgrund der Erfahrungen an der Ostfront und dem Ruf nach mehr Panzerung wurde die Entwicklung aber eingestellt.

Einsätze

Polen und Norwegen:

Zu Kriegsbeginn war der Panzer III noch nicht in der Serienproduktion. Aus diesem Grund verfügte die Wehrmacht lediglich über 200 Panzer III aus den Vorserien. Davon wurden 98 Stück in Polen eingesetzt, während der Rest als Ersatz oder Nachschub zurückgehalten wurde. Aufgrund dieser Zahlen spielte der Panzer III in Polen kaum eine Rolle. Die Kampfkraft der Vorserienpanzer war sogar so gering, dass diese bis auf die Ausführungen D und E ausgemustert wurden, da diese neben ihrer geringen Kampfkraft auch noch mit der ersten, nur 15 mm starken Panzerung zu kämpfen hatten, die lediglich Gewehrfeuer und Granatsplitter abhalten konnte. In Polen verlor die Wehrmacht 26 Panzer III. In Norwegen wurden zur Unterstützung von Operation Weserübung einige Panzer III D eingesetzt.

Frankreich:

Als im Frühjahr 1939 der Westfeldzug gegen Frankreich, England und aufgrund des Kriegsplanes auch gegen die bislang neutralen Länder Belgien, Holland und Luxemburg begann, standen der Wehrmacht 349 Panzer III zur Verfügung, die sich aus Panzern der letzten Vorserie E und der Serienausführung F zusammensetzten. Insgesamt setzte die Wehrmacht etwa 2.500 Panzer in diesem Feldzug ein. Dabei spielten die zahlenmäßig nur sehr schwachen Panzer III kaum eine Rolle. Doch das Heereswaffenamt begann, während des Feldzuges die Panzer der Ausführung F mit der kurzen 5-cm-KwK auszustatten, da die französischen Panzer für die bis dahin im Dienst befindlichen Panzergeschütze kaum zu knacken waren. Zwar war der Panzer III in fast allen Belangen den französischen Panzern überlegen. Aber seine geringe Feuerkraft verhinderte, dass er im Feldzug eine größere Rolle spielte. So konnte der französische Char B1 frontal auf 100 m von keiner deutschen Panzerwaffe durchschlagen werden. Selbst die während des Feldzuges eingeführte 5-cm-KwK war da chancenlos, wenn sie nicht die nur in sehr geringen Zahlen verfügbaren Panzergranate 40 einsetzen konnte. Abgesehen von diesen Schwächen zeigte sich der Panzer III als guter Panzer und bewährte sich in allen Belangen. Durch den modernen Einsatz von Panzerdivisionen, hohe Kommunikationsfähigkeit und die hervorragende Führung der Panzereinheiten sowie durch den massiven Einsatz der Luftwaffe konnten die Panzertruppen trotz der erwähnten technischen Schwächen Frankreich in die Knie zwingen. 135 Panzer III gingen verloren.

Nordafrika:

Das Afrikakorps unter General Rommel wurde nach Nordafrika entsandt, nachdem die alliierten Truppen die Italiener auf libyschen Boden zurückgedrängt hatten und Mussolini Hitler um Hilfe bat. Dabei trug der Panzer III die Hauptlast der Kämpfe und war dabei so gut wie jedem britischen Panzer überlegen. Ausnahme bildete der schwere Panzer der Briten, der Matilda. Die Überlegenheit des Panzer III ging sogar soweit, dass selbst die alliierten Geschütze großteils wirkungslos blieben. Dagegen konnten selbst die 5-cm-KwK den britischen Panzern schwere Verluste zufügen, da die britischen Panzer, entgegen der französischen Panzer im Frankreich-Feldzug, weniger stark gepanzert waren. Erst nachdem die Amerikaner in den Krieg eingetreten waren und große Stückzahlen an M3 Grant und M4 Sherman Panzern zum Einsatz kamen, mussten die unterlegenen Panzer III vom Panzer IV als Rückgrat des Afrikakorps abgelöst werden.

Ostfront:

Im Juni 1941 griff die Wehrmacht in der „Operation Barbarossa“ die Sowjetunion an. Die Wehrmacht verfügte zu diesem Zeitpunkt über 1.560 Panzer III, von denen noch 120 mit der veralteten 3,7-cm-KwK ausgestattet waren. An der Ostfront wurden 965 Panzer III eingesetzt. Und damit bildete der Panzer III die wichtigste Stütze der Panzertruppen zu Beginn der Offensive. Im Verlauf des Krieges taten sich jedoch immer mehr Probleme auf. So war die Seitenpanzerung selbst gegen russische Panzerbüchsen anfällig, und die russischen schweren Panzer vom Typ KW-1 und T-34 konnten nicht durchschlagen werden. Der Panzer III war dadurch gezwungen, diese auszumanövrieren und an den Flanken oder von hinten anzugreifen. Diese Manöver waren teilweise mit hohen Verlusten verbunden, zumal der T-34 noch auf eine Distanz von 1.000 m die Panzerung des Panzer III durchschlagen konnte. Erst die Ausführung J mit der in ihr verbauten lange 5-cm-KwK ermöglichte es den Panzer III wieder, den T-34 frontal zu bekämpfen, sobald dieser näher als 500 m heran kam. 1942 waren noch 2.000
Panzer III im Einsatz, davon nahmen 1.175 an der Sommeroffensive 1942 teil. Doch aufgrund der immer zahlreicher werdenden russischen T-34 Panzer und aufgrund der Tatsache, dass man die möglichen technischen Aufwertungen ausgereizt hatte, war das Ende des Panzer III gekommen.

Allgemeines:

Der Panzer III wurde im Sommer 1944 endgültig ausgemustert und nur noch als Ausbildungs- oder Sicherungspanzer eingesetzt. Bis dahin waren in den Kämpfen 4.820 Panzer III zerstört worden. Alleine 1.200 Panzer III wurden Anfang 1943 verloren, als die Schlacht um Stalingrad sich dem Ende neigte.

Fazit:

Der Panzer III ist ein grundlegend durchwachsener Panzer. Auf der einen Seite war er ein hervorragender Panzer, der es vor allem in der ersten Kriegshälfte mit jedem vielen alliierten Panzer aufnehmen konnte. Aber er hatte seine großen Schwächen. So blieb ihm eine entscheidende Rolle im Krieg aufgrund seiner Anfangs unzureichenden Bewaffnung verwehrt und erst in Russland verfügte der Panzer III über eine ausreichende Bewaffnung, sah sich dort allerdings, fast acht Jahre nach Entwicklungsbeginn und vier Jahre nach Erreichen der Serienreife bereits wenn nicht überlegenen, so doch mindestens ebenbürtigen Gegnern gegenübergestellt. Mit diesem Entwicklungsdefizit stand jedoch der Panzer III nicht alleine. Auch die Ausführungen des Panzer II und des Panzer IV verfügten aufgrund ihrer kurzen Kanonenrohrlänge nicht über die nötige Durchschlagskraft. Erst
1942/43, als der Panther und der Tiger auf den Schlachtfeldern erschienen, und der Panzer IV über eine 7,5-cmKanone verfügte, wurde dieses Manko beseitigt. Zu dieser Zeit war der Panzer III jedoch schon den neueren alliierten und russischen Panzerplattformen unterlegen. Hätte der Panzer III, wie von Guderian gefordert, gleich zu Beginn eine 5-cm-KwK anstatt der 3,7-cm-KwK erhalten, währe er unbestritten und mit Abstand sowohl in Polen als auch in Frankreich trotz seiner geringen Stückzahl der stärkste Panzer gewesen und hätte einen ähnlichen Ruf erhalten wie später der Panther oder der Tiger. Leider blieb ihm, und auch dem Panzer IV, diese Rolle verwehrt. Nichts desto trotz der der Panzer III ein auf den Blitzkrieg optimierter Panzer der seine Überlegenheit vor allem 1941 gegen die russischen Panzer und noch in der Folgezeit im Afrikakorps unter Beweis stellen konnte.

Quellen:

http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzeriii/panzeriii.htm
http://www.panzer-archiv.de/sturmgeschuetze/deutschland/stugiii/stugiii.htm
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Ruestungsproduktion/Anglo-Amerikaner/US-Ruestungsproduktion.htm
http://weltkrieg2.de/Geschichte/Ruestungsproduktion/Deutsches-Reich/Panzerproduktion.htm
http://www.panzer-archiv.de/jagdpanzer/deutschland/nashorn/nashorn.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Nashorn_%28Panzer%29
http://de.wikipedia.org/wiki/Panzer_III
http://de.wikipedia.org/wiki/Sturmgesch%C3%BCtz_III
http://de.wikipedia.org/wiki/8,8-cm-PaK_43
http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerhaubitze_Hummel
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/panzer3.htm
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/sturmgeschutze.htm
Die Panzer des Zweiten Weltkriegs ISBN: 3-7909-0315-0
Panzer ISBN: 3-7043-3197-X
Panzer Modelle aus aller Welt von 1915 bis Heute ISBN: 978-1-4075-7742-5

Bilder:

Guderian: http://www.dhm.de/lemo/objekte/pict/f65-1890/200.jpg
Panzer III A: http://www.whq-forum.de/cms/uploads/pics/pz3a_13.jpg
Blattfeder: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/6/63/Leafs1.jpg
Panzer III B-D: http://www.whq-forum.de/cms/uploads/pics/pz3d_41.JPG
Panzer III E: http://www.wehrmacht-history.com/images/heer/panzer-iii/panzer-iii-e-1.jpg
Panzer III F: http://www.wehrmacht-history.com/images/heer/panzer-iii/panzer-iii-f-1.jpg
Panzer III H: http://www.wehrmacht-history.com/images/heer/panzer-iii/panzer-iii-h-1.jpg
Panzer III J: http://www.whq-forum.de/cms/uploads/pics/pz3j_14.jpg
Panzer III L: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/0/01/Panzerkampfwagen_III_4.jpg/800px-Panzerkampfwagen_III_4.jpg
Panzer III N: http://www.bild.bundesarchiv.de/dev01/barchpic/2007/06-28/b7/e6/3f/athene-55qkpazwavs1l8yet3vh_layout.jpg
Stug3: http://www.whq-forum.de/cms/uploads/pics/stug3_02.jpg
Hummel: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/2/23/Bundesarchiv_Bild_101I-278-0898-04%2C_Russland%2C_Panzerhaubitze_%22Hummel%22.jpg
Nashorn: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/b/be/German_Nashorn_1.jpg/800px-German_Nashorn_1.jpg

 

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