Panzer: ČKD-Praga LT-H

In der letzten „Der Stratege" Ausgabe erschien bereits der erste Artikel über Beutepanzer, welche von der Wehrmacht im Zweiten Weltkrieg eingesetzt wurden. Diese Serie werde ich nun mit dem leichten tschechischen Panzer ČKD-Praga LT-H fortsetzen – oder wie er im deutschen genannt wurde Panzerwagen 39 Typ LTL-H.

Entwicklung:
Die Entwicklung dieses Panzers begann im Jahr 1937 bei der tschechischen Firma ČKD (Ceskomoravka Kolben Danek). Es war jedoch geplant diesen Panzer nicht selbst einzusetzen, sondern ausschließlich für den Weltmarkt einzusetzen.
Technische Daten:
Bei dem ČKD-Praga LT-H handele es sich um einen technisch zuverlässigen, sehr schnellen Panzer, der den meisten Munitionsarten wiederstehen konnte, welche damals eingesetzt wurden. Lediglich die Bewaffnung, ein 3,7cm Geschütz, entsprach nicht den Anforderungen der Wehrmacht. Der Panzer war 4,51m lang, 2m Breit sowie 2,30m hoch. Seine Maximale Panzerung lag bei 30mm (Vergleich Panzerung PzKpfw II 5-15mm Panzerung; PzKpfw III 30-60mm Panzerung). Der Panzer wurde angetrieben von einem Motor der Firma Skoda Praga, Typ EPA mit 119 PS und 2200 U/min. Durch sein Gewicht von 7,62t heißt das, dass er mit 16,4 PS/t angetrieben wurde. Seine Höchstgeschwindigkeit lag bei 45 km/-h womit er 250km fahren konnte, bevor der Tank leer war.
Verwendung:
Wie bereits erwähnt, war der Praga LT-H lediglich als Exportpanzer vorgesehen, sodass die tschechische Armee selbst über keinen Panzer dieser Art verfügte. Die erste Nation, welche einen LTH bekam, war 1938 die Schweiz. Sie kauften zuerst ein Exemplar für Versuchszwecke und dann 1939 noch 11 weitere Fahrzeuge dazu. Ebenso erwarb eine Lizenz zum Bau von 12 Fahrzeugen. Allerdings wurden die Schweizer Modelle, welche man Panzer-39 nannte, mit einer kleinen Abänderung ausgestattet, statt der 37mm Kanone bauten die Schweizer eine 24mm Kanone ein sowie einen
Saurer Dieselmotor. Jedoch zeigten noch andere Nationen starkes Interesse an diesem Panzer, bspw. Peru und Lettland. Erstere bestellten 24 Exemplare, welche auch geliefert wurden unter der Bezeichnung LT-P. Lettland bestellte ebenfalls einige Panzer (unter der Bezeichnung LT-L), jedoch mit einer stärkeren Kanone. Mit der Produktion wurde auch begonnen, allerdings annektierte
Deutschland im Jahr 1939 die Tschechoslowakei und beschlagnahmte die Panzer. Von diesen Panzern wurden 21 Stück an die Slowakei übergeben und eine unbekannte Anzahl in die eigenen Reihen eingegliedert. Sowohl Deutschland als auch die Slowakei setzten ihre Panzer im Krieg gegen die
Sowjetunion ein. 


Bild 2
Die Ausführung des Praga LT-H wie er von den deutschen Verwendet wurde im Krieg gegen die Sowjetunion. Einige Veränderungen kann man sehr gut erkennen.


Ausblick auf nächstes Mal:
Zugegebener Maßen, dies war ein sehr kurzer Text über einen Panzer, den wohl die wenigsten bisher kannten. Die Länge des Artikels lässt sich darauf zurückführen, dass dieser Panzer zum einen nur in sehr geringer Stückzahl gebaut wurde und zum anderen das er nur sehr wenig im Krieg eingesetzt wurde (die Schweiz verhielt sich während des gesamten Krieges über Neutral).
Für die nächsten Artikel, welche ich schreiben werde, sei aber schon einmal garantiert, diese werden mit Sicherheit wieder länger und die Panzer ein wenig bekannter!
Quellen:
http://www.militärfahrzeuge.ch/unterkategorie_13_10_44.html - Zugriff 21.8
http://de.wikipedia.org/wiki/%C4%8CKD-Praga_LT-H - Zugriff 21.8
Robert Jackson: Panzer: Modelle aus aller Welt von 1915 bis heute. ISBN 978-1-4075-7742-5
Bildquellen:
Bild 1: http://ww2photo.se/tanks/sch/tanks/pzw39.htm
Bild 2: http://commons.wikimedia.org/wiki/File:Panzerkampfwagen_38_3.jpg

 

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