Die Schlacht am Bull Run (1. Schlacht von Manassas)

Mit der Schlacht am Bull Run 1861 wollen wir unsere Serie "Historische Schlachten" starten. 

Man findet im Norden den Begriff Bull Run während die Südstaatler diese Schlacht als 1. Schlacht von Manassas bezeichnen. Ich beschäftige mich hier mit der Ausgangslage, dem Verlauf und den Auswirkungen dieser Schlacht auf den amerikanischen Bürgerkrieg.
Bild1

Die Situation ist folgende, Washington und Richmond, die Hauptstädte beider Staaten, sind 142 km von einander entfernt.
(Quelle:http://www.mapcrow.info/Distance_between_Washington_US_and_Richmond_US.html).
Aus dieser geostrategischen Situation und der Erfahrung aus den Napoleonischen Kriegen, ruhten die Hoffnungen beider Seiten auf eine Entscheidungsschlacht und danach Einnahme der gegnerischen Hauptstadt und damit Frieden. Die Ausgangslage sehen wir auf der Karte. Im Norden (im sogenannten Shenandoahvalley) stehen sich die Armeen von Joseph E. Johnston (ca. 12. 000 Mann) und Robert Patterson (ca. 18.000 Mann) gegenüber. Das Shenandoah-Valley ist die Kornkammer des Südens. Der Kampfauftrag der 18.000 Mann starken Unionsarmee bestand daraus, die konföderierten Truppen im Tal zu binden. Währenddessen sollte Irvin McDowell mit der 35.000 Mann starken Hauptarmee nach Manassas vormarschieren, dort P. G. T. Beauregards 20.000 Mann starke konföderierte Streitmacht angreifen und vernichten.
Dann wäre der Weg nach Richmond frei und die Konföderation wäre besiegt gewesen. Manassas Junction ist ein zentraler Eisenbahnverkehrsknotenpunkt. Es gibt eine Eisenbahnstrecke zum Shenandoah-Valley und eine nach Richmond.

Bild2Die Hauptarmee der Union steht in Centreville (A). McDowell täuscht einen Angriff im Zentrum an (bei B, vom 18. bis 20.July 1861). Gleichzeitig trifft Holmes 3.000 Mann starke Streitmacht aus Fredricksburg ein ( C) und aus dem Shenandoa-Valley fahren die Brigaden von Jackson, Bee und Bartow bei Eisenbahn heran (D). 

Am Morgen des 21. Julis greift McDowells mit 10.000 Mann den linken Flügel der Konföderierten an (E). Während ein Teil der Truppen frontal die Steinbrücke angreift (Stone Bridge), umgeht der Rest den linken Flügel bei der Furt Sudley Springs. Evans Brigade hält auf Seiten der Konföderierten die Steinbrücke und schwenkt um. Es wird eine provisorische Linie gebildet und Beauregard schickt die neuen Brigaden Bee und Bartow an seinen linken Flügel (G).

Bild3

 

Evans, zahlenmäßig völlig unterlegen, weicht zurück bis Henry House Hill (H). Hier erscheint Thomas Jackson mit seiner frischen Brigade und hält die Stellung. Jackson war vor dem Krieg in der Akademie von Richmond tätig und hat seine Freiwilligen Brigade lange gedrillt. Dieser Drill zahlt sich jetzt aus. Seine Virginier halten tapfer die Stellung und er bekommt dafür den Beinamen „Stonewall" und seine Brigade heißt ab jetzt „Stonewallbrigade".(J). Die Unionstruppen ziehen sich daraufhin zurück und die erschöpften Konföderierten setzen nicht nach. Am Ende des Tages beklagt McDowell den Verlust von 2.896 Mann und Beauregards und Johnstons Truppen erlitten zusammen 1.982 Mann Verluste. Jetzt wurde klar, dass dieser Krieg nicht mit einer großen Schlacht entschieden wird und ein zähes ringen, welches 4 Jahren lang dauern sollte, setzt ein. Man muss hierbei feststellten, dass die Unionsarmee und auch die konföderierte Armee zahlenmäßig größer war, als die amerikanische Armee unter Washington oder im Mexico-Krieg.Es gab große Probleme, wie man solch eine Armee führen und organisieren sollte und auf beiden Seiten waren wenig reguläre Truppen im Einsatz. Die Masse waren Freiwillige mit geringer Ausbildung und viel Euphorie. Es gab wenig Kavallerie auf beiden Seiten, so dass eine Niederlage nicht durch leichte Kavallerie ausgenutzt werden konnte.

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