Waffentechnik: Panzer V Empfehlung

Hallo liebe Leser.
Eigentlich sollte man einen Artikel nicht mit einer Entschuldigung beginnen, deswegen nutze ich das Vorwort, um euch einen Überblick über die von mir geplanten Artikel zu geben. Ich werde die deutschen Panzer abschließen. Dazu fehlen noch der Panzer IV, Panzer V (Panther), Panzer VI (Tiger) und Panzer VII (Tiger 2 / Königstiger). Anschließend werde ich mich einer anderen Nation widmen. Geplant ist es, über die amerikanischen, britischen, französischen und russischen Panzer zu schreiben. Neben dieser Panzertechnik-Reihe werde ich von Zeit zu Zeit andere Artikel schreiben, die sich mit den mittelalterlichen Waffen (Teil 2 und ggf. Teil 3) befassen, mit der römischen Kriegskunst (in Verbindung mit „Rome 2") und Artikel über die Militärdoktrinen des Zweiten Weltkrieges sowie zum Rüstungsapparat des Deutschen Reiches. Je nach Interesse oder Sonderausgaben des Magazins können weitere Beiträge dazu kommen. Soweit die bisherige Planung meinerseits. Nun kommen wir mal zur Entschuldigung:

In dieser Ausgabe der Panzertechnik wird nicht wie angekündigt der Panzer IV vorgestellt, sondern der Panzer V. Der Grund dafür ist simpel. Ich schreibe meine Artikel auf einem Laptop. Das hat den Vorteil, dass ich an der Uni, wenn ich längere Pausen habe oder Vorlesungen langweilig sind, an den Artikeln schreiben kann. So auch diesmal. Als ich den Panzerartikel wie auch den Artikel über mittelalterliche Waffen über einen USB-Stick auf den PC daheim kopieren wollte, passierte das Maleur: Der USB-Stick ging kaputt und wurde entweder von keinem Computer mehr erkannt oder der Explorer stürzte beim Zugriff ab. Da ich (leider) so blöd war, die Artikel auszuschneiden, sind sie weg und müssen neu geschrieben werden. Da das ganze einen Tag vor Abgabe passierte und ich selbst mit zwei Tagen Sonderfrist, die mir croatiafreiburg einräumte, mich nicht dazu hinreißen konnte, das Ganze noch mal zu schreiben, habe ich den noch auf dem Laptop befindlichen, bereits fast fertiggestellten Artikel zum Panzer V genommen und fertiggestellt.
Die fehlenden Artikel werden natürlich neu geschrieben. Aber ich musste erst einmal eine Pause einlegen, ehe ich die noch mal schreibe. Der Frust war zu hoch, das ganze 16 Seiten Selbstgeschriebenes (ohne Bilder!) weg waren. In der kommenden Ausgabe werden dann beide Artikel zu finden sein.

Ich hoffe, ihr habt trotzdem viel Spaß beim Lesen des Panzer V-Artikels. In meinen Augen der beste mittlere Panzer des Krieges, der auch noch optisch einiges her macht.

Entwicklung:

Nach der Entwicklung des Panzer III und Panzer IV stellte die Wehrmacht zwischen 1938 und Mitte 1941 keine Forderungen mehr nach einem besseren Panzer. Von vielen Militärs wurde die Notwendigkeit einer neuen Panzerplattform nicht wahrgenommen, obwohl die Kampfkraft des Panzer III bereits während des Frankreich-Feldzuges durch seine kurzrohrige Kanone beeinträchtigt war, die zu geringe Durchschlagswerte aufwies. Und selbst die spätere Aufrüstung auf die 5-cm-KwK brachte nur wenig Abhilfe. Ein weiteres Warnzeichen bereits zu Beginn des Russland-Feldzugs im Sommer 1941 war der sowjetische KW-1, dessen Panzerung kaum durchschlagen werden konnte.
image007Stattdessen wurde für die Wehrmacht ein schwerer Panzer entwickelt, aus dem später der Tiger hervorgehen sollte. An dieser Entwicklung wurde festgehalten, obwohl bereits in den ersten Kriegsmonaten in Russland ersichtlich wurde, dass ein schwerer Panzer in Russland nur bedingt einsatztauglich war. Der Hauptgrund, die gegen die Entwicklung eines schweren Panzer sprach, war die Geschwindigkeit. Die damalige deutsche Doktrin des Blitzkrieges erforderte schnelle, mobile Einheiten. Ein schwerer Panzer hingegen war viel zu langsam, um dieser Doktrin gerecht zu werden. Auch wurde, obwohl bereits 1939 klar wurde, dass die Rüstungsindustrie nicht die erforderlichen Produktionszahlen für Panzer erreichen konnte, an zwei Panzertypen, dem Panzer III und dem Panzer IV festgehalten, statt die Produktion image009auf einen Panzer zu fokussieren.

Erst als Ende 1941 die deutsche Armee in Russland auf den T-34 traf, wurde die dringende Forderung nach einem stärkeren Panzer laut. Der Schock der deutschen Panzertruppe war groß, als sie in erste Kämpfe gegen den neuen russischen Panzer verwickelt wurden. Die bis dahin eingesetzten Panzer der Wehrmacht waren der Panzer III und der Panzer IV. Beide verfügten nur über kleinkalibrige oder kurzrohrige Kanonen, die dem T-34 nur noch auf kurze Distanz gefährlich werden konnten. Die deutsche Wehrmacht konnte allein aufgrund ihrer taktischen Beweglichkeit und Kommunikationsfähigkeit dagegen halten. Dazu kam zu allem Überfluss auch noch, dass der T-34 von den Russen in sehr großer Zahl produziert wurde und erstmals eine angewinkelte Panzerung vorzuweisen hatte. Die Wehrmacht hatte es folglich mit einem geländetauglichen russischen Panzer zu tun, der zahlenmäßig überlegen war und durch seine Feuerkraft sowie Panzerung jeden bis dahin entwickelten deutschen Panzer ausschalten konnte. Bis zum Jahreswechsel 1941/42 verfügte die deutsche Panzerwaffe in Russland nur noch über 20 % an einsatzfähigen Panzern (800 von 4.000) und konnte die Initiative nur aufgrund der taktischen Beweglichkeit (Feuerwehrdoktrin) und einer fehlenden russischen Panzerdoktrin für sich behaupten. Daraufhin erging an Daimler-Benz als auch an MAN der Auftrag, einen mindestens mit dem T-34 gleichwertigen Panzer zu entwickeln.

image013Nun wurde der VK3001DB und der MAN VK3002 entwickelt. Während der Entwurf von Daimler Benz sehr stark dem T-34 nachempfunden war, war der Entwurf von MAN eine eigenständige Entwicklung, die anhand gemachter Erfahrungen und Anforderungen an die deutsche Panzerwaffe gemacht wurde. Beim Model von Daimler Benz befand sich der Turm ebenso wie der Dieselmotor weit vorne. Diese Neuerung war aber zugleich auch die Schwachstelle des Entwurfs von Daimler Benz. Die vorgesehene Kanone war die 7,5-cm-KwK 42/L70. Die Länge der Kanone (L70 = 7 m), der vordere Turm und der vorne angebrachte Motor führten zu einer sehr kopflastigen Gewichtsverteilung, die sich im Gelände teilweise sehr nachteilig auswirkte. Des Weiteren war der Turm erst ab Dezember 1942 produktionsreif, und als Ersatz ließ sich der Turm von MAN nicht auf dem VK3001DB montieren. Neben diesen Schwächen des VK3001DB profitierte der Entwurf von MAN auch von einem größeren Aktionsradius, der Möglichkeit zu Unterwasserfahrten und zudem bot das Laufwerk von MAN die bessere Waffenplattform für andere Panzertypen. Auch kann man davon ausgehen, dass die Entscheidung für den MAN VK3002 aufgrund von Nationalstolz fiel. Das Model von MAN war eine eigenständige Produktion, die dem T-34 deutlich überlegen sein würde. Das Model von Daimler Benz hingegen war lediglich eine verbesserte Kopie des T-34. Leider fand ich kein Bild des Prototyps von Daimler Benz, das ich ohne Einholung der Rechte des Bildes benutzen kann. Deswegen muss hier das recht realistische Bild aus einem PC-Spiel herhalten.
Auffallendstes Merkmal des MAN VK3002 waren seine bis dahin für einen deutschen Panzer untypischen geneigten Seitenflächen. Diese stellten keineswegs ein Ergebnis durch die Untersuchung des T-34 dar, sondern waren schon zuvor entwickelt und getestet worden, tauchten jedoch erst in den Konstruktionszeichnungen des VK3002M im November 1941 auf und wurden nur aufgrund der Berichte von der Ostfront eingeführt.

 

Eigenschaften:

Der Panther benötigte 5 Mann Besatzung. Neben dem Kommandanten gab es noch den Fahrer, Funker, Richtschützen und Ladeschützen. In der Ausführung G, die zuletzt und in den größten Stückzahlen gebaut wurde, hatte der Panther eine Abmessung von 6,68 m Länge, 3,30 m Breite und 2,95 m Höhe. Sein Leistungsgewicht betrug 15,4 PS/Tonne. Damit konnte er auf einer Straße bis zu 46 km/h erreichen, im Gelände waren immerhin noch 20 km/h möglich. Sein Aktionsradius umfasste 177 km. Seine Fähigkeiten, mit dem Gelände zurechtzukommen, waren durchaus recht akzeptabel. So konnte er senkrechte Hindernisse bis 0,9 m Höhe überwinden, was bei einer Gesamthöhe von unter 3 m doch recht erstaunlich ist. Gräben mit einer Breite von bis zu 1,90 m stellten kein Problem dar, und er meisterte Steigungen von bis 35 % Steigung, was 126 Grad entspricht. Er konnte sogar in sumpfigem Gelände 1,40 m einsinken, ohne manövrierunfähig zu werden. Wenn man sich diese Werte anschaut und mit seinen Abmessungen vergleicht, ist das recht enorm, zu was dieser Panther in der Lage war. Der Bodendruck des Panthers war mit 0,85 kg/cm² so niedrig, dass selbst Panzerkonstruktionen aus den 1950er Jahren diesen Wert nicht erreichen konnten. Diese Fähigkeit war sehr wichtig, in Anbetracht der Tatsache, dass die Weiten Russlands im Winter bis weit in den Süden hinein gefroren sind und entsprechend sich bei Tauwetter die russischen Ebenen zu einem einzigen großen Morast verwandeln. 
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Typen:

Panzer V D:

Im November 1942 ging der nun als Panther benannte endgültige Entwurf in die Serienfertigung. Dieses erste Serienmodell des Panthers wurde auch Ausführung D genannt oder Panther D. Er verfügte über ein AK7-200 Getriebe und einen 700-PS-Motor. Beide waren stärker als im Prototyp vorgesehen. Als Bewaffnung wurde eine 7,5-cm-KwK 42 L/70 verbaut. Die Frontpanzerung betrug zwischen 80 und 100 mm, und er konnte eine Geschwindigkeit von 46 km/h bei 177 km Reichweite erreichen bei einem Gewicht von 43 Tonnen.
image016Das erste Modell litt jedoch aufgrund der kurzen Entwicklungszeit und fehlender Erprobungszeit an Kinderkrankheiten. So stellte sich während der Kampfeinsätze heraus, dass häufig Achsen brachen oder Motoren sich entzündeten. Dennoch wurde eine monatliche Produktion von 250 Stück geplant, was für ein neues unausgereiftes Modell sehr viel war. Da MAN diese Produktionszahlen nicht einhalten konnte, stiegen Henschel, Daimler-Benz und MNH in die Produktion mit ein. Im Juli 1943 wurde die Produktion aufgrund der Mängel eingestellt. Bis dahin waren 806 Panther produziert worden. In der Phase des Produktionswechsel wurden 44 weitere Panther D fertiggestellt. 


Panzer V A:

Aufgrund der erwähnten Mängel in der Ausführung D wurde der Panther weiterentwickelt und als Ausführung A produziert. Dabei baute man stärkere Laufrollen ein, um der Überlastung des Laufwerks entgegenzuwirken. Des weiteren wurde die Panzerkuppel nun gegossen, was dem Kommandanten einen besseren Schutz ermöglichte und ihm zudem ein größeres Sichtfeld verlieh. Außerdem wurden am Getriebe Änderungen vorgenommen, um den Belastungen des für das Getriebe und die Achsen zu starken Motors standhalten zu können. Dazu zählte u. a. die Limitierung der Umdrehung auf 2500 U/min und der damit verbundenen Drosselung auf 45 km/h. Wie erwähnt wurde der Bodendruck soweit reduziert, dass lediglich ein Gewicht von 0,85 kg / cm² auf den Untergrund ausgeübt wurde. Um die image019Entzündlichkeit des Motors zu reduzieren, baute man weitere Kühlwasserleitungen ein, verzichtete aber im Gegenzug auf eine wasserdichte Versiegelung. Des weiteren wurde gegen Haftminen eine Zimmeritpaste aufgetragen, die jedoch aufgrund des hohen Aufwands und geringen Nutzens nach einem Jahr nicht mehr benutzt wurde. Insgesamt wurden 2.200 dieser Panzer in den Jahren 1943 und 1944 gebaut.

 

Panzer V G:

Im März 1944 erschien die Ausführung G. Sie wurde aufgrund der Entwicklungen am Jagdpanther und den damit verbundenen Veränderungen an der Wanne erforderlich. Die bis dahin noch senkrechten Platten wurden durch eine abgeschrägte Panzerung ersetzt und die Panzerungsdicke von 40 auf 50 mm angehoben. Dadurch wurde die Panzerung verbessert und mehr Platz im Innenraum ermöglicht, so das drei Granaten mehr gelagert werden konnten. Des weiteren wurde die Fahrerluke durch bewegliche image022Winkelspiegel ersetzt. Durch diese Modifikationen wurde auch die Herstellung erleichtert. Mitte 1944 wurde zudem eine neue Walzenblende eingebaut, da die bisherige immer wieder Schüsse auf Wannendach und Turmkranz ablenkte. Ab August 1944 gingen die Produktionszahlen aufgrund der Bombardierungen der Alliierten und der Materialknappheit stetig zurück. So wurden im August 1944 noch 155 Panzer hergestellt, ein halbes Jahr später lediglich noch 25 Panzer. Bei der letzten Änderung wurden Ganzstahllaufrollen verbaut, die eine höhere Lebensdauer aufwiesen und zudem weniger Gummi benötigten. Diese Änderungen führten zu einer Gewichtszunahme auf 46,5 Tonnen. Insgesamt wurden 3.286 Panther dieser Ausführung bis zur Kapitulation gebaut. Insgesamt wurden während dem Krieg etwa 6.000 Panther gebaut.


Panzer V F:

Die Entwicklung der Ausführung F ging nämlich aus des der Entwicklung des Panther 2 hervor. Aufgrund des Kriegsverlaufs fehlten die Ressourcen und die Kapazitäten, um einen neuen Panzer herzustellen. Aus diesem Grund sollte in der Ausführung F der Panther image025den für den Panther 2 vorgesehenen Schmalturm bekommen, der über eine 120-mm-Panzerung verfügte und anstatt einer Kanonenwalze als Kanonenblende über eine Saukopfblende verfügte. Um die Plattform des Panthers an die wachsenden Bedrohungen auf dem Gefechtsfeld anzupassen, wurde darüber hinaus die Wannenpanzerung um 9 mm und der Turmdeckel zum Schutz vor Luftangriffen der Alliierten auf 45 mm verstärkt. Zudem wurde die Kanone so modifiziert, dass sie keine Mündungsbremse mehr benötigte. Doch es wurden bis Kriegsende lediglich acht Fahrgestelle und zwei Türme produziert. Dieser Panzer sah die Schlachtfelder Europas nie und es ist auch fraglich, ob er sie bei einem anderen Kriegsverlauf je gesehen hätte.

 


 

Weitere Spezifikationen:

Das Modell des Panthers wurde zudem noch für andere Panzertypen verwendet. So wurden auf Basis des Panthers 41 Beobachtungspanzer gebaut, die nur über ein MG 34 verfügten und eine Kanonenattrappe. Des weiteren wurden 329 Befehlspanzer gebaut, bei denen Aufgrund des erhöhten Platzbedarfs die Munition auf 64 Schuss reduziert wurde. Der Bergepanther verfügte lediglich über eine leichte 2-cm-KwK 38 sowie zwei MG 34.
Bekanntester Ableger des Panthers dürfte jedoch der Jagdpanther sein. Dieser wurde auf das Fahrgestell des Panthers gebaut und verfügte über eine 8,8-cm-PaK 43/3, die für das Gestell des Panzer III und Panzer IV zu stark gewesen war. Die Stärke des Jagdpanthers war seine stark geneigte Panzerung, welche die nominale Panzerung von 80 mm bei einem Winkel von 35 Grad auf effektiv 98 mm steigerte. Die 8,8-cm-PaK 43, die verbaut wurde, verfügte über eine Durchschlagskraft von 207 mm auf 500 m und konnte den bis Kriegsende besten russischen Panzer, den IS-2, frontal noch auf 2.500 m mühelos durchschlagen. Die Kanone war so gewaltig, das sie mit Hartkerngeschossen sogar Durchschlagswerte von bis zu 331 mm erreichte und auch im Tiger 2 (Königstiger) Verwendung fand. Im Gegensatz zum Panzerjäger Nashorn war der Jagdpanther besser gepanzert und verfügte über keinen offenen Kampfraum. Insgesamt wurden 382 Jagdpanther zwischen Januar 1944 und März 1945 gebaut.

Bewaffnung:

Die Bewaffnung aller drei in Serie produzierten Ausführungen war die 7,5-cm-KwK 42 L/70. Der Panther konnte in der Ausführung A und D 79 Geschosse, in der Ausführung G 82 Geschosse mit sich führen. Außerdem wurden zu je gleicher Anzahl Panzergranaten und Sprenggranaten mitgeführt. Der Panther konnte auch die Panzergranate 40/42 verschießen. Die Panzergranate 39/42 wog 14,3 kg, das Geschoss selbst 6,8 kg. Die Panzergranaten 40/42 war dagegen mit 11,2 kg Patronengewicht und 4,75 kg Geschossgewicht leichter. Die Kanone konnte eine Panzergranate 39/42 mit einer Mündungsgeschwindigkeit von 935 m/s verschießen und konnte damit auf 1.000 m 111 mm Panzerung durchschlagen. Das Panzergranate 40/42 hatte mit 1.120 m/s eine höhere Mündungsgeschwindigkeit und konnte auf 1.000 m noch 149 mm Panzerung durchschlagen. Die Panzergranate 40/42 war ein Hartkerngeschoss mit Wolframkern. Trotz seiner deutlich besseren Leistung musste die Produktion 1943 aufgrund von Wolframknappheit eingestellt werden.
Die Kanone war zudem über ein binokulares Turmzielfernrohr 12 ausgestattet, das achsparallel zur Kanone verbaut war. Die Kanone erzielte mit einer Panzergranate 39/42 unter Übungsbedingungen auf 500 m eine Trefferquote von 100% und selbst auf 1.500m noch 72% bzw. auf 3.000 m 18 %. Die tatsächliche Treffergenauigkeit auf dem Schlachtfeld fiel allerdings niedriger aus.
Der Panther war zudem in der Lage, seinen Turm innerhalb von 18 Sekunden um 360 Grad zu drehen. Bei einem Motorschaden konnte der Turm auch manuell gedreht werden.

Einsätze:

Mit Serienfertigung des Panthers im Januar 1943 sollte dieser nicht unter die anderen Panzer gemischt werden, sondern in eigenen Abteilungen operieren. Dabei sah der Plan vor, jedem Panzerregiment einer Division eine Abteilung mit Panthern zu unterstellen. Dabei sollte in einer Division 96 Panther eingegliedert sein. Aufgrund der sinkenden Produktionszahlen wurde diese Zahl jedoch auf 71 Panther im April 1944 korrigiert und im November 1944 waren nur noch 10-14 Panther vorgesehen.

Ostfront
Der erste große Kampfeinsatz des Panthers an der Ostfront erfolgte am 5.Juli 1943 während der Schlacht um Kursk. Dabei wurden unter der 4.Panzerarmee 200 Panther zusammengefasst. Doch von den 200 Panthern waren am 10. Juli nur noch 10 einsatzbereit. Die Verluste durch Feindbeschuss beliefen sich dabei lediglich auf 23 Panzer. 56 wurden beschädigt und 44 hatten mechanische Defekte. In den folgenden zehn Tagen wurden weitere 33 Panzer zerstört. In dieser ersten Bewährungsprobe hatte sich herausgestellt, dass die Frontpanzerung des Panthers selbst dem T-45/85 widerstehen konnte, und im Gegenzug jeder russische Panzer frontal vernichtet werden konnte. Seine Schwächen waren die Seitenpanzerung, die selbst über eine Distanz von 3.000 m durchschlagen werden konnte. Erst 1944, als der IS-2 auftauchte, hatte der Panther einen ebenwürdigen Gegner gefunden, der ihn frontal durchschlagen konnte. Die anfänglichen mechanischen Fehler wurden behoben und nun endlich erreichte der Panther eine Zuverlässigkeit, wie sie bereits beim Panzer IV erreicht worden war.
In der zweiten Jahreshälfte 1943 wurden immer mehr Panther an die Ostfront ausgeliefert, die von erfahrenen Besatzungen gefahren wurden. So stieg die Zahl der Panther von 173 Ende August auf 291 im November und erreichte Ende Mai 1944 mit 728 Panthern ihren Höhepunkt, um sich in der Folgezeit bei einer Zahl von 600-700 Fahrzeugen einzupendeln. Im März 1945, zwei Monate vor Kriegsende, wurde mit 740 Panthern ein neuer Höhepunkt erreicht.
Italien
In Italien kämpfte lediglich eine Abteilung mit Panthern. 76 Panther trafen im Februar in Italien ein und kämpften dort bis zum Kriegsende. Die Verluste wurden immer wieder ausgeglichen, so dass in Italien bis Kriegsende 20 bis 30 Panther an der Front standen.
Westfront
Am 6. Juni 1944 landeten die Alliierten in der Normandie. Bis Ende Juli brachte die Wehrmacht sechs Panzerdivisionen an die Front. Bis Ende Juli gingen 131 Panther verloren. Die Briten verfügten über den Cromwell und den Churchill, die beide dem Panther nicht gefährlich werden konnten, da sie selbst seitlich auf 1.500 m herankommen mussten, um ihn durchschlagen zu können. Auch der amerikanische M4 Sherman konnte gegen den Panther nicht bestehen. Berichten zufolge griffen die Amerikaner die deutschen Panther immer nur in einer totalen Überzahl von 15:1 Panzer an. Erst die Verbesserung des M4 Sherman zum M4 Firefly und seiner 76-mm-Kanone versetzte die Alliierten in die Lage, den Panther frontal auf eine Entfernung von maximal 700 m zu durchschlagen, während der Panther die alliierten Panzer frontal auf 1.000-2.000 m vernichten konnte. Seitlich waren sogar Distanzen von 3.500 m möglich. Aufgrund der Masse an amerikanischen Soldaten und Panzern sowie der Lufthoheit der Alliierten wurden im August neun weitere Pantherabteilungen an die Front verlegt. Mit der Ardennenoffensive verlegte die Wehrmacht noch einmal viele Panzer an die Westfront, darunter 400 Panther. Dennoch waren an der Westfront nie mehr als 471 Panther vorhanden. Im August 1944 sank ihre Zahl sogar auf unter 50 Panzer, im Januar 1945 verfügte die Wehrmacht an der Westfront noch über 220 Panther.
Der wohl erstaunlichste Einsatz des Panthers erfolgte während der Ardennenoffensive. Damals hatte man einige Panther als amerikanische M-10 Jagdpanzer "verkleidet", indem entsprechende Bleche angebracht und die Farbe geändert wurden. So getarnt stifteten sie Verwirrung im amerikanischen Hinterland. Als sie jedoch enttarnt wurden, wurden sie durch eine Übermacht angegriffen und vernichtet.

 

Nachfolger:

Der Panther II sollte als Nachfolger des Panthers eingesetzt werden. Hauptgrund hierfür war, dass man bereits 1942 Bedenken bei der Front- und Seitenpanzerung des Panthers hatte. Die Panzerung sollte auf 120 mm und 60 mm angehoben werden. Eine Anhebung auf 100 mm und 50 mm fand bereits im Schmalturm des Panther Ausführung F statt. Des weiteren sollte das Fahrwerk überarbeitet werden und mit dem zeitgleich geplanten Königstiger sollten Komponenten wie Lenkgetriebe, Laufrollen, Aufhängung und Antrieb austauschbar sein, um Reparatur, Produktion und Ersatzteile einfacher und effizienter zu gestalten. Sein Gesamtgewicht wurde aufgrund der Modifikationen auf 50 Tonnen angehoben. Anfangs war geplant, den Panther II mit einer überlangen 7,5-cm-Kanone auszustatten. Aufgrund der Ersatzteilvereinfachung entschied man sich jedoch für eine 8,8-cm Kanone, wie sie auch beim Königstiger Verwendung fand, nur ohne Mündungsbremse. Des weiteren sollte der Panther II ebenso wie der Königstiger die erstmals beim Panther F verwendete Saukopfblende an der Kanone erhalten, und das Schachtellaufwerk wurde durch ein Staffellaufwerk ersetzt. Das Schachtellaufwerk hatte das Problem, dass beim Wechsel eines Laufwerkrades im schlimmsten Fall sämtliche Räder entfernt werden mussten. Beim Staffellaufwerk wurden die Rollen paarweise angeordnet, so dass bei Wechsel maximal nur eine Rollenreihe entfernt werden musste. Im Bild ist ein Schachtellaufwerk zu sehen.
Schachtellaufwerk
Doch nachdem Anfang 1943 klar wurde, dass die Seitenschürzen des Panthers ausreichend Schutz boten, wurde die Umstellung zum Panther II nicht weiter verfolgt. Stattdessen wurden die vorgenannten Verbesserungen beim Panther eingeführt. Teilweise geschah dies bereits in der Ausführung G und gegen Kriegsende auch in der Ausführung F, die jedoch nie fertiggestellt wurde. Es wurde nur ein Panther II hergestellt und von den Amerikanern zu Testzwecken benutzt. Dieser Panzer bis heute im Patton-Armee-Museum in Fort Knox zu besichtigen.

 

Fazit:

Der Panther verfügte über eine sehr starke Kanone, eine hohe Schussfolge und Genauigkeit und aufgrund seiner geneigten Panzerung auch über eine starke Panzerung. Er wurde als Antwort auf den sowjetischen T-34 entwickelt, war diesem jedoch trotz einiger technischer Mängel weit überlegen. Seine Federung und Dämpfung gelten als Vorreiter späterer Panzer in der Nachkriegszeit. Er gilt zudem als der erste moderne deutsche Panzer.
Die Franzosen rüsteten unmittelbar nach dem Krieg ihre Einheiten mit erbeuteten Panthern aus, und der AMX-13 wurde mit der Kanone des Panthers ausgestattet, die in Frankreich weiter produziert wurde. Die Briten haben bei MNH zu Versuchszwecken noch weitere neun Panther und zwölf Jagdpanther gebaut.
Trotz seiner Kinderkrankheiten und bis zum Kriegsende ungelösten Probleme wurde der Panther nach dem Krieg von allen Kriegsparteien als der beste mittlere Kampfwagen des Krieges bewertet.
Dennoch blieb der Ruf des Panthers immer im Schatten der schweren Panzer Tiger und Königstiger zurück, obwohl diese aufgrund ihrer geringen Stückzahlen weit weniger kriegsentscheidend gewesen sind als der Panther. Genauer betrachtet waren die schweren Panzer sogar eher hinderlich gewesen, da sie trotz ihrer geringen Stückzahl und eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten in Russland große Mengen an Produktionskapazitäten, Ressourcen und Entwicklungsaufwand verschlungen haben. Wie der Krieg ausgegangen wäre, wenn anstatt der schweren Panzer der Panther weiterentwickelt worden wäre und aufgrund der eingesparten Kapazitäten und der früheren Verfügbarkeit in fast doppelter Anzahl bereits 1942 aufgetaucht wäre, ist reine Spekulation. Meiner Einschätzung nach hätte dies das Ende der Russlands bedeutet, da die Russen über keinerlei Möglichkeiten verfügt hätten, die Panther zu zerstören und die Entwicklung im Westen nach einer Kapitulation Russland in den Sternen gestanden hätte. Also sollten wir alle froh sein, dass es nicht so gekommen ist.

 

Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerkampfwagen_V_Panther
http://www.panzer-archiv.de/kampfpanzer/deutschland/panzerv/panzerv.htm
http://sinsheim.technik-museum.de/de/de/panzerkampfwagen-v-panther
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/panzer5.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Panzerkampfwagen_V_Panther_II
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Waffen/panzer5-R.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/Jagdpanzer_V
Typenkompass: Panzer der Wehrmacht 1939-1945, Motorbuchverlag, Alexander Lüdeke , Auflage 4 von 2010.
Die Panzer des Zweiten Weltkrieges ISBN: 3-7909-0315-0

 

Bilderquellen:
KW-1: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/71/Kv1e_m1941_parola_2.jpg/800px-Kv1e_m1941_parola_2.jpg
T-34:
http://www.bild.bundesarchiv.de/dev03/barchpic/2008/08-12/8e/48/12/athene-5la69xr7p3cv39iqh3d_layout.jpg
Panther D:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Bilder/Panzer5/PantherD-6.jpg
Panther A:
http://www.bild.bundesarchiv.de/dev01/barchpic/2007/06-28/8e/86/36/athene-558lsrqefzouim2mkp2_layout.jpg
Panther G:
http://www.lexikon-der-wehrmacht.de/Bilder/Panzer5/PantherG-14.jpg
Panther F:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/2/2f/Munster_Panther_Ausf_F_Schmalturm_%28dark1%29.jpg/800px-Munster_Panther_Ausf_F_Schmalturm_%28dark1%29.jpg
VK3001DB: Screenshot aus dem PC-Spiel World of Tanks

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